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Tödlicher Angriff auf zwei Soldaten: Mazedonienkrise eskaliert

zuletzt aktualisiert: 03.05.2001 - 19:52

Skopje (rpo.) Die Situation im mazedonischen Grenzgebiet zum Kosovo ist am Donnerstag nach einem Überfall albanischer Separatisten auf eine Grenzpatrouille eskaliert. Nach der Ermordung von zwei Soldaten forderten die Streitkräfte die Bewohner von elf Dörfern auf, ihre Häuser zu verlassen.

Nach Ablauf der Frist starteten die Streitkräfte eine Offensive, bei der auch Kampfhubschrauber eingesetzt wurden. Beide Konfliktparteien warfen sich gegenseitig vor, die Zivilbevölkerung zu gefährden.

Die Separatisten griffen die Grenzpatrouille gegen 05.40 Uhr bei dem Dorf Vaksince nahe der Grenze zum Kosovo an, wie die Behörden mitteilten. Dabei wurden zwei Soldaten getötet und ein weiterer entführt. Später beschossen die Rebellen Stützpunkte der Streitkräfte mit Granaten, dabei wurde niemand verletzt. Der mazedonische Rundfunk meldete, Separatisten hätten die Region von Vaksince zur "befreiten Zone" erklärt.

Daraufhin forderte die Regierung die Bewohner von elf überwiegend von Albanern bewohnten Dörfern auf, sich bis zum späten Nachmittag in Notunterkünfte in der Stadt Kumanovo zu begeben. Nur ein Teil der Bevölkerung folgte dem Aufruf bis Ablauf der Frist, wie aus Polizeikreisen verlautete.

Präsident Boris Trajkovski warf im Sender CNN den Rebellen vor, Menschen in den Dörfern als menschliche Schutzschilde festzuhalten. Dagegen sagte der politische Führer der Albanischen Nationalen Befreiungsarmee (NLA), Ali Ahmeti, die Rebellen würden die Zivilbevölkerung vor den Angriffen der Regierungstruppen beschützen.

Ahmeti sprach von heftigen Kämpfen um die Stadt Komanovo. Das mazedonische Fernsehen berichtete, die Streitkräfte setzten alle verfügbaren Mittel ein, inklusive Kampfhubschrauber. Die Führung der Streitkräfte rief die Rebellen auf, die Waffen niederzulegen. Örtliche Medien verbreiteten eine Erklärung der Rebellen, in dem diese die Regierung zu Verhandlungen aufforderten, um einen Bürgerkrieg zu verhindern.

Sondersitzung des Parlaments

Die Regierungsparteien riefen beide Seiten zu Zurückhaltung auf. Das Parlament wollte am (morgigen) Freitag zu einer Sondersitzung zusammenkommen, um die Krise zu erörtern.

Erst am Wochenende waren bei einem Rebellenangriff bei Tetovo acht Soldaten getötet worden. Nach dem Begräbnis der Soldaten am Dienstag verwüsteten Mazedonier in Bitola, einer Stadt nahe der griechischen Grenze, etwa 40 albanische Geschäfte. In Skopje drangen vermummte Angreifer in eine Pizzeria ein und erschossen einen Albaner.

US-Präsident George W. Bush sagte Trajkovski zusätzliche Hilfe für den Erhalt der staatlichen Integrität zu. Das erklärte am Mittwoch eine Sprecherin Bushs nach einem Empfang für Trajkovski im Weißen Haus. Demnach versprach Bush Trajkovski Unterstützung für den Kampf gegen die Separatisten und seine Bemühungen um Verhandlungen mit den politischen Führern der albanischen Minderheit zu.

Bush forderte Trajkovski demnach auf, weiter eine Lösung der Probleme im Zusammenleben der einzelnen Volksgruppen durch Gespräche mit den verschiedenen Parteien zu suchen. Der US-Präsident bat den Kongress, die Wirtschaftshilfe für Mazedonien von gegenwärtig 38,4 Millionen Dollar auf 45 Millionen Dollar im Jahr 2002 aufzustocken. Außerdem haben die USA für dieses Jahr Militärhilfe von 17,2 Millionen Dollar zugesagt.

Quelle: RPO Archiv

 
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