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Persönlich
Mehmet Scholl . . . ätzt gegen Laptop-Trainer

Mehmet Scholl: Stationen und Erfolge
Mehmet Scholl: Stationen und Erfolge FOTO: ddp
Mehmet Scholl war ein wunderbarer Fußballer beim FC Bayern und ein talentiertes Mitglied der Sportkegelabteilung dieses Klubs. Scholl (44) ist der pfiffigste Experte, den das deutsche Fernsehen bei Fußballübertragungen zu bieten hat. Zum Glück hat er gerade seinen Vertrag bei der ARD bis zur Weltmeisterschaft 2018 verlängert. Als Trainer hat er indes nicht viel vorzuweisen. Sein Intermezzo als Coach der zweiten Mannschaft der Bayern war nicht von Erfolg gekrönt. Die Betroffenheit im Klub hielt sich jedenfalls in engen Grenzen, als er 2013 demissionierte, um sich ganz auf seine Tätigkeit als Kommentator zu beschränken. In dieser Rolle kommentiert er auch, was seine Kollegen tun und lassen.

Nun ätzt er pauschal im "Spiegel"-Interview gegen die komplette aktuelle Generation der Fußball-Lehrer. "Im Moment kommt eine Schwemme von Trainern auf den Markt, immer der gleiche Typus, der alles anders macht, als ich es machen würde", sagt er, "die haben nie selbst oben gespielt und auch keine Ahnung, wie ein Profi auf höchstem Niveau tickt. Sie denken an Spitzenfußball, haben ihn aber selber nie erlebt." Er führt "Laptop-Trainer" als Schimpfwort ein und klagt über Kandidaten, die in den Lehrgängen "mit Bestnoten abschließen und dieses typische Kursbester-Gesicht haben". Klingt zwar lustig (wie so vieles, was Scholl sagt), ist als Rundumschlag aber unangebracht. Nicht nur weil er Fortuna Düsseldorfs Trainer Frank Kramer trifft, der 2013 Lehrgangsbester der Trainerausbildung war, oder den Dortmunder Thomas Tuchel oder den Leverkusener Roger Schmidt. Man muss Tuchel nicht mögen, doch er ist unbestritten ein herausragender Trainer, obwohl er nie auf höchstem Niveau gespielt hat. Und Scholl? Er will spätestens 2018 wieder seiner "Leidenschaft als Trainer nachgehen". Die TV-Experten werden sich dann genau ansehen, was er auf die Reihe bekommt.

Martin Beils

Quelle: RP
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