Aktionen gegen Krieg und Gewalt: Mehr als tausend Teilnehmer bei Ostermärschen
zuletzt aktualisiert: 22.04.2000 - 18:07Frankfurt/Main (dpa). Mehr als tausend Teilnehmer haben am Samstag bundesweit auf Ostermärschen gegen Krieg und Gewalt demonstriert. Die Protestaktionen blieben nach Angaben der Polizei und des zentralen Ostermarschbüros in Frankfurt friedlich. Demonstrationen gab es in 15 Städten von Basel bis Rostock. Am Ostersonntag und am Montag werden die Aktionen fortgesetzt.
In München zogen am Samstag mehrere hundert Demonstranten unter dem Motto "Wir bleiben dabei: Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen" in Richtung Marienplatz. Dort erinnerten bei einer Kundgebung Redner an den Kosovokrieg vor einem Jahr. In Augsburgs Fußgängerzone gab es eine Kundgebung, Infostände und eine Ausstellung mit etwa 80 Beteiligten. Etwa 300 Männer und Frauen nahmen in Überlingen am Internationalen Bodensee-Ostermarsch teil.
Auch die Suhler Friedensinitiative erinnerte an den Militäreinsatz der Nato gegen Jugoslawien vor einem Jahr. In Leipzig waren bereits am Karfreitag 100 Fahrradfahrer gestartet. Sie fuhren am Samstag von Chemnitz aus in Richtung Aue. In Rostock versammelten sich rund 100 Teilnehmer zum fünften Ostermarsch durch die Hansestadt. In Nordrhein-Westfalen demonstrierten in Wedel etwa 150 Menschen für Frieden und Abrüstung. In Duisburg kamen 100 Kriegsgegner zusammen. In Saarbrücken folgten 150 Menschen dem Aufruf zum Ostermarsch und in Mainz zählte die Polizei etwa 100 Teilnehmer.
Bewegung entstand vor 40 Jahren
Die Ostermarsch-Bewegung war vor etwa 40 Jahren in London entstanden. In ihrer Hoch-Zeit demonstrierten Hundertausende gegen die atomare Rüstung. Als geistiger Vater gilt der britische Philosoph Bertrand Russell. In diesem Jahr protestiert die Friedensbewegung vor allem gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr, Panzerlieferungen an die Türkei oder den Eurofighter. Die Teilnehmer sind für die Abschaffung aller Atomwaffen, die Aufhebung des Embargos gegen Jugoslawien und Abrüstung. Bei den Veranstaltungen wird nach Angaben des zentralen Ostermarschbüros auch daran erinnert, dass dies auch Forderungen im vergangenen Bundestagswahlkampf von SPD und Bündnis 90/Die Grünen gewesen seien.
Von Karfreitag bis Ostermontag sind in mehr als 60 deutschen Städten Demonstrationen, Fahrradstaffeln und Sternmärsche geplant. Am Ostersamstag gab es auch Aktionen in Braunschweig, Bremen, Lüdenscheid, Schwerin und Überlingen. Schwerpunkt am Ostersonntag sind die Städte Fretzdorf (Brandenburg/Ruppiner Heide) und Haldensleben (Sachsen-Anhalt/Colbitz-Letzlinger Heide). In Fretzdorf wird der Gießener Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter als Redner auf einer Kundgebung erwartet.
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