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Berlin
Merkel will Flüchtlinge aus Afghanistan abschrecken

Berlin. Die Kanzlerin macht im Gespräch mit Afghanistans Präsident Ghani wenig Hoffnung auf ein Bleiberecht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will mit mehr Soldaten und wirtschaftlicher Hilfe die Fluchtursachen in Afghanistan bekämpfen. Nach einem Treffen mit dem afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani in Berlin sagte Merkel gestern, für Flüchtlinge aus Afghanistan gebe es nur wenig Chancen auf ein Bleiberecht in Deutschland. "Wir dürfen (...) keine falschen Hoffnungen wecken." Sie sicherte zu, dass wegen der angespannten Sicherheitslage über 2016 hinaus deutsche Soldaten in Afghanistan stationiert bleiben.

Deutschland wolle sich noch intensiver für den Aufbau und die Stabilisierung des Landes engagieren, sagte die Kanzlerin. Die junge Generation dürfe dem Land nicht verlorengehen. "Es geht um innerstaatliche Fluchtalternativen", betonte sie. Leider gebe es viele Fehlinformationen über die Migration nach Deutschland. Auch Ghani mahnte, seine Landsleute bräuchten ein realistisches Bild von Deutschland, "wo die Straßen mitnichten mit Gold gepflastert sind". Der Präsident kündigte einen Besuch von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) in Afghanistan an. Das Innenministerium wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern. Ghani traf gestern auch mit Bundespräsident Joachim Gauck und mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) zusammen.

Die Kanzlerin betonte, wenn Afghanen in ihrer Heimat für die Bundeswehr oder andere deutsche Stellen gearbeitet hätten und in akuter Gefahr seien, komme Deutschland seiner humanitären Verpflichtung nach und helfe.

(dpa)
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