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Merkels Erklär-Offensive

Zu Recht hat man der Kanzlerin in der Flüchtlingskrise vorgeworfen, sie handle zwar aus ehrenwerten Motiven, könne aber ihre Politik nicht richtig erklären. Im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" hat sie gezeigt, dass es auch anders geht. Es mag zwar ihre CDU-Anhänger irritieren, dass sie ein linksliberales Blatt zur großen Erklärung ausgewählt hat. Ihre Worte sind gleichwohl denkwürdig. Sie sollte sie öfter wiederholen. Von Martin Kessler

Merkel spannt einen großen Bogen vom Anfang ihrer Kanzlerschaft bis heute, gibt Versäumnisse der von ihr geführten Regierungen zu und hat fast Verständnis für die Haltung der Nachbarländer, Deutschland mit dem Problem allein zu lassen.

Ihre Grundhaltung und ihre Zuversicht hat sie gleichwohl nicht aufgegeben. Sie bleibt richtigerweise bei ihrem humanitären Ansatz, auch wenn andere jetzt für Deutschland die Grenzen schließen. Gleichzeitig hat sie aber definiert, wann für sie der Bogen überspannt ist. Deutschland müsse Deutschland bleiben, mit "allem, was uns lieb und teuer ist". Dieser Spagat wird sie noch eine Weile fordern.

Quelle: RP
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