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Persönlich
Michael Groschek . . . kandidiert doch nicht als SPD-Vize

Michael Groschek war sich so sicher: "Der Vorsitzende der NRW-SPD spielt auch nach der Bundestagswahl in Berlin eine entscheidende Rolle", sagte er wenige Wochen nach der verlorenen NRW-Wahl. Doch jetzt kommt es anders: Der 60-jährige Landesvorsitzende verzichtet auf seine Kandidatur als stellvertretender Bundesvorsitzender. "Inzwischen ist klar, dass an Männern in der Parteispitze kein Mangel herrschen wird", sagte er der "WAZ". Er sei froh, "dass mehr Frauen für den Vorstand kandidieren". Zudem sei die Landes-SPD mit den beiden Nordrhein-Westfalen Martin Schulz als Parteichef und Dietmar Nietan als Schatzmeister in der Parteispitze stark vertreten. Von Kirsten Bialdiga

Beide spielen allerdings in der Landespolitik keine Rolle. Nach der verlorenen Landtagswahl ist die NRW-SPD damit in Berlin deutlich geschwächt.

Groschek steht für vieles, was die Sozialdemokratie in Nordrhein-Westfalen nach dem Krieg groß gemacht hat. Er wuchs in einer Bergarbeitersiedlung in Oberhausen auf und war der Erste in seiner Familie, der studieren konnte. Mit 15 Jahren schon wollte der spätere Marinesoldat den Jusos beitreten, wurde aber abgelehnt, er war zu jung.

Im September noch hatte der Landesvorstand Groschek als Bundesvize nominiert. Vor allem die Jusos hielten das für kein gutes Signal der Erneuerung. Schließlich habe Groschek als Ex-Verkehrsminister zur Wahlniederlage beigetragen. Als NRW-Parteichef ist er auch nur bis September 2018 gewählt.

Entscheidend für seinen Verzicht ist aber der Aufstand der SPD-Frauen in Berlin. Parteichef Schulz besetzte abgesehen von der Fraktionsspitze (Andrea Nahles) zuletzt alle wichtigen Positionen mit Männern. Im SPD-Bundesvorstand soll es anders laufen. Daher werde die bayerische SPD-Spitzenkandidatin Natascha Kohnen als Vize kandidieren, hieß es. Auch für Hannelore Kraft ist Ersatz gefunden: Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz.

Quelle: RP
 
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