kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Ostdeutschland: Eine Million leerstehende Wohnungen: Mieterbund fordert zwei Milliarden Mark für sozialen Wohnungsbau

zuletzt aktualisiert: 13.06.2000 - 13:24

Berlin (AP). Der Mieterbund hat mehr staatliche Mittel für den sozialen Wohnungsbau in Deutschland gefordert. Dieser sei weiterhin unverzichtbar, betonte Mieterbund-Präsidentin Anke Fuchs (Foto) am Dienstag in Berlin. Sozialer Wohnungsbau müsse Daueraufgabe für Bund, Länder und Kommunen bleiben.

Im übrigen erwartet der Deutsche Mieterbund einen Anstieg der Heizkosten um durchschnittlich 20 bis 80 DM je Wohnung und Monat. Der Bundesdirektor des Deutschen Mieterbunds, Franz-Georg Rips, begründete diese Erwartung am Dienstag in Berlin mit dem Zusammenwirken von hohen Rohölpreisen, dem Dollarkurs und der Ökosteuer.

Die Förderung im sozialen Wohnungsbau solle sich künftig auch stärker auf den Wohnungsbestand konzentrieren, riet Fuchs. Statt der bisher vorgesehenen 450 Millionen Mark Fördermittel im nächsten Jahr müssten mindestens zwei Milliarden Mark zur Verfügung gestellt werden.

Die Schaffung neuen und die Modernisierung vorhandenen Wohnraums sei gleichwichtig. Die Ausrichtung des sozialen Wohnungsbaus auf den Neubau gehöre der Vergangenheit an. Die Nutzung der Wohnungsbestände sei häufig ökonomisch und ökologisch sinnvoller.

Der vor 100 Jahren gegründete Deutsche Mieterbund ist jetzt die Dachorganisation für 350 örtliche Mietvereine in der Bundesrepublik. Nach eigenen Angaben gehören dem Verband derzeit rund 1,3 Millionen Mieterhaushalte in allen Bundesländern an. Die Mitglieder werden von 1.300 hauptberuflichen und 2.500 ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut.

Der Mieterbund begrüße die Ökosteuer in ihrer Gesamtkonzeption, erklärte Fuchs. Gleichzeitig wisse man, dass dadurch auf die Mieter Belastungen zukämen. Unterdessen habe der Mieterbund zum Energiesparen geraten. Er halte entsprechende Informationen bereit. Energiesparende Maßnahmen seien vor allem bei alten Häusern möglich.

Auf europäischer Ebene forderte der Mieterbund die Aufnahme des "Rechts auf Wohnen" in die geplante Sozialcharta der Europäischen Union. In einem Schreiben an Bundeskanzler Gerhard Schröder wurde um Unterstützung für dieses Verlangen gebeten. "Wohnung ist auch ein Sozialgut", betonte Fuchs. Einige EU-Staaten hätten diesen Gedanken bereits aufgegriffen und in der Verfassung ein "Recht auf Wohnen" verankert. Dazu zählten Portugal und Spanien. Acht von 16 Landesverfassungen in Deutschland hätten ein vergleichbares Recht konstitutiert. "Die Aufnahme eines Rechts auf Wohnen in die europäische Grundrechtscharta wäre ein bedeutender Beitrag zu einem künftigen gemeinschaftlichen Verfassungsrecht auf dem Weg zu einem vereinten Europa", sagte Fuchs.

Eine Million Wohnungen in Ostdeutschland stehen leer

Der Mieterbund beklagte, dass in Ostdeutschland rund eine Million Wohnungen leer stünden. Dabei handle es sich nicht nur um Plattenbauten, sondern auch um alte Häuser in Stadtkernen. Zum Leerbestand in Leipzig hätten beispielsweise die "Abschreibkünstler" beigetragen, die in dieser Stadt mehr Wohnungen als erforderlich gebaut hätten.

Eine von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission solle nun Lösungen und Strategien entwickeln, wie mit diesem speziellen ostdeutschen Wohnungsproblem umzugehen ist, sagte Fuchs. Wohnungsleerstände seien kein vorübergehendes Problem. Es sei vielmehr davon auszugehen, dass zumindest in Teilmärkten dauerhaft ein Überhang an Wohnungen in den neuen Bundesländern bestehen werde. Die Lösungsansätze seien kurzfristig erforderlich. Der Bund dürfe nicht von vornherein finanzielle Mittel verweigern. Auch "der Abriss von Wohnungen als letztes Mittel und auf Grundlage eines kommunalen Handlungskonzepts darf kein Tabuthema sein", erklärt Fuchs.

Quelle: RPO Archiv

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Schweiz verabschiedet Steuerabkommen mit Berlin

Kampf gegen Steuerhinterziehung

Schweiz verabschiedet Steuerabkommen

Das Schweizer Parlament hat das Steuerabkommen mit Deutschland verabschiedet. mehr 

IAEA: Iran hat Spuren verwischt

Neue Vorwürfe im Atomstreit

IAEA: Iran hat Spuren verwischt

Der Iran hat nach Informationen der IAEA in einer verdächtigen militärischen Versuchsanlage Spuren verwischt. mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Kampf gegen Steuerhinterziehung

Schweiz verabschiedet Steuerabkommen

Neue Vorwürfe im Atomstreit

IAEA: Iran hat Spuren verwischt

Innenministerkonferenz

Salafisten und Rocker im Visier

Bundespräsident sorgt für Wirbel

Gauck vermisst ein Zeichen Israels

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Italien: Frau lebend aus Trümmern gezogen

Das Beben in Norditalien war am Dienstagabend schon 12 Stunden her, da gab es eines dieser kleinen Wunder, auf die die Menschen in den ... mehr 

Politik ist langweilig? Vergessen Sie's!

reichstag berlin kuppel DDP 2005-0801

Politik ist Drama, Komödie und gelegentlich großes Kino. Aus Berlin schauen unsere Korrespondenten auf das Geschehen.

Top-Services