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"Illegale und unmoralische Institution": Milosevic vergleicht UN-Tribunal mit Konzentrationslagern

zuletzt aktualisiert: 03.02.2001 - 16:44

Turin (AP). Der ehemalige jugoslawische Staatspräsident Slobodan Milosevic hat das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag mit den Konzentrationslagern der NS-Zeit verglichen. Er habe das Tribunal schon immer für eine "illegale und unmoralische Institution" gehalten, sagte Milosevic der italienischen Tageszeitung "La Stampa" (Samstagsausgabe).

"Dieses Tribunal existiert in erster Linie für die Serben", sagte Milosevic. "Es ist dieselbe Form der Einschüchterung, die die Nazis zuerst gegen die Juden und dann gegen alle slawischen Völker eingesetzt haben." Man strebe seine Gefangennahme in "einem Konzentrationslager" an, erklärte Milosevic. Bei dem Interview handelt es sich um eines der ersten, das Milosevic ausländischen Medien seit den NATO-Luftangriffen im Jahr 1999 gegeben hat.

Die Anklagepunkte des Haager Tribunals wies Milosevic als frei erfunden und ungerechtfertigt zurück. Seine Sicherheit als ehemaliges Staatsoberhaupt sei für den neuen jugoslawischen Präsidenten Vojislav Kostunica eine Frage von "Ehre und Moral", sagte Milosevic. Kostunica lehnt eine Auslieferung Milosevics an das UN-Tribunal bislang ab. Milosevic ist wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt.

Zugleich machte Milosevic den Westen für die Kriege der 90er Jahre auf dem Balkan verantwortlich. Deutschland sei "vom Sieg im Kalten Krieg berauscht" und entschlossen gewesen, den Osten "unter totale wirtschaftliche und politische Kontrolle" zu bringen, sagte Milosevic. Das Interview wurde im Hauptquartier der Sozialistischen Partei in Belgrad geführt.

Quelle: RPO Archiv

 
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