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Berlin
Mission gegen Schlepper soll ausgeweitet werden

Berlin. Die EU-Mission Sophia, die seit dem vergangenen Jahr im Mittelmeer Schlepperboote aufspürt und Flüchtlinge rettet, soll ausgeweitet werden. Bislang dürfen die europäischen Marine-Boote auch die Küste der Türkei anlaufen, der zwölf Meilen Raum rund um Libyen aber ist tabu.

"Ich rechne damit, dass wir in der EU zeitnah die Weichen stellen können für eine Ausweitung der Sophia-Mission, um dann die libysche Küstenwache auszubilden und zu beraten", sagte Unionsfraktionsvize Franz-Josef Jung (CDU) unserer Redaktion. Darum habe die libysche Einheitsregierung gebeten, betonte Jung. Mit der Ausweitung der Sophia-Mission könne die deutsche Marine "noch effektiver" vor Libyens Küste dazu beitragen, kriminellen Schleppern das Handwerk zu legen, sagte Jung.

Seit Juni 2015 beteiligt sich Deutschland an der europäischen Operation Sophia. Rund 400 Soldaten sind dafür im Einsatz. Die beiden deutschen Schiffe, die Fregatte "Karlsruhe" und der Einsatzgruppenversorger "Frankfurt am Main", helfen bei der Aufklärung von Schleusernetzwerken und bergen Flüchtlinge, die in Seenot geraten sind. Die EU setzt insgesamt neun Kriegsschiffe ein, ein U-Boot, Aufklärungsflugzeuge und sogar Drohnen. Seit Beginn der Mission konnten so 53 Schlepper gefasst werden. Im vergangenen Jahr konnten zudem rund 13.000 Menschen durch den europäischen Einsatz gerettet werden.

Allerdings gibt es auch Kritik an der Mission. Zwar gelingt es, Menschenleben zu retten. Doch mehr Sicherheit gibt es nicht für Flüchtlinge. Im Gegenteil: Die Schleuser ändern einer ersten Bilanz zufolge einfach ihre Strategie und setzen die Flüchtlinge in noch kleinere und unsichere Boote, womit das Risiko für die schutzsuchenden Menschen noch größer wird.

(qua)
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