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Düsseldorf
Mit einer Lungenentzündung ist nicht zu spaßen

Düsseldorf. Ein klassischer Dreischritt für die Entwicklung einer Lungenentzündung (Pneumonie) ist dieser: Ein Patient bekommt einen grippalen Infekt, den er nicht auskuriert. Dann kann sich auf diesen Infekt (den meistens Viren ausgelöst haben) eine weitere Infektion draufsetzen, die auch von Bakterien ausgelöst wird. Die haben leichtes Spiel im geschwächten Milieu des Gewebes. Das nennt der Arzt eine Superinfektion. Und in dieser ungünstigen Lage kann eine Lungenentzündung dann als schwere Komplikation entstehen. Manchmal verläuft die Krankheitsentwicklung jedoch ganz anders, das macht die Lungenentzündung so tückisch.

Bei dieser Entzündung sind die Lungenbläschen und/oder das Lungengewebe geschädigt. Diese für den Gasaustausch wichtigen Hohlräume werden bei der Lungenentzündung durch Eiter und Flüssigkeitseinlagerungen, die ins Gewebe gelangen, verdichtet und stehen nicht mehr für den Austausch der Atemgase zur Verfügung. In den meisten Fällen wird die Lungenentzündung von Bakterien hervorgerufen, seltener von Viren, Pilzen oder Parasiten. Das Krankheitsbild (Fieber, Husten, Schwäche, Atemnot) ist nicht immer schwer, denn es gibt auch atypische, milde Lungenentzündungen, die sogar von erfahrenen Ärzten übersehen werden.

Die Therapie verläuft mit Antibiotika. Treten keine weiteren Komplikationen ein, heilt eine Pneumonie meist innerhalb von zwei bis drei Wochen aus. Eine Entzündung des Brustfells, eitrige Abszesse in der Lunge oder andere Komplikationen können die Genesung jedoch verzögern. Mit einer Lungenentzündung sollte man nicht scherzen. Auch heute noch gibt es Fälle, in denen Patienten sterben - vor allem, wenn ihr Immunsystem geschwächt ist. So ist die Lungenentzündung in Deutschland nach wie vor die häufigste zum Tode führende Infektionskrankheit.

(w.g.)
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