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Prowestliche Regierung herausgefordert: Montenegro wählt

zuletzt aktualisiert: 11.06.2000 - 11:32

Podgorica (AP). Die prowestliche Regierung der zu Jugoslawien gehörenden Republik Montenegro steht am Sonntag vor ihrer größten Bewährungsprobe seit ihrem Amtsantritt vor mehr als zwei Jahren.

134.400 Wähler - etwa ein Drittel aller Wahlberechtigten in Montenegro - waren zur Neuwahl ihrer Gemeindeparlamente und Bürgermeister aufgerufen. Über die lokale Bedeutung hinaus galt die Wahl als Abstimmung über die Politik von Präsident Milo Djukanovic, der sich zunehmend von der Zentralregierung in Belgrad absetzt.

Die Wähler in der Hauptstadt Podgorica und in der Küstenstadt Herceg Novi standen vor der Entscheidung zwischen dem Bündnis "Für ein besseres Leben" um Djukanovics Demokratischer Partei der Sozialisten (DPS) und dem Slogan "Für Jugoslawien", mit dem die Sozialistische Volkspartei des jugoslawischen Ministerpräsidenten Momir Bulatovic ins Rennen ging. Ein Sieg Bulatovics würde die Regierung Djukanovic schwächen, die seit 1998 die faktische Unabhängigkeit von Serbien betreibt.

Der Politikwissenschaftler Rados Ratkovic erwartet, dass 49 Prozent der Wähler fest auf Seiten Djukanovics stehen. Er muss aber auch einen Teil der Unentschlossenen für sich gewinnen, deren Anteil auf 30 Prozent geschätzt wird. "Die Gräben sind tief in Montenegro, wo der kleinste Funken ein Blutbad auslösen kann", sagte Ratkovic.

Quelle: RPO Archiv

 
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