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Opposition rief zu Wahlboykott auf: Montenegro wählt Nachfolger für Djukanovic

zuletzt aktualisiert: 22.12.2002 - 16:09

Podgorica (rpo). In der zu Jugoslawien gehörenden Republik Montenegro sind am Sonntag 460.000 Bürger zur Wahl eines neuen Staatspräsidenten aufgerufen. Nach dem Rücktritt des prowestlichen Politikers Milo Djukanovic galt der ehemalige Regierungschef Filip Vujanovic als Favorit.

Bis Mittag hätten 16,5 Prozent der etwa 450 000 Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, teilte die amtliche Wahlkommission in Podgorica mit. Insgesamt bewarben sich elf Kandidaten um das Amt.

Djukanovic, dessen "Demokratische Liste für ein europäisches Montenegro" bei der Parlamentswahl im Oktober eine absolute Mehrheit errungen hatte, rief zu politischer Stabilität auf. "Damit wir uns den ökonomischen und demokratischen Reformen widmen und die schweren sozialen Probleme lösen können, müssen alle Institutionen funktionsfähig sein", sagte er bei der Stimmabgabe. "Und die Institution des Staatspräsidenten ist eine der wichtigsten."

Vujanovic war mehrere Jahre lang Regierungschef und hat sein Amt nach den Parlamentswahlen Djukanovic überlassen. Sein Sieg soll die Fortsetzung der bisherigen Politik Podgoricas gegenüber Belgrad sichern. Vujanovic und Djukanovic streben die Unabhängigkeit Montenegros an.

Die oppositionellen Parteien, die für den Erhalt eines Bundesstaates aus Serbien und Montenegro sind, haben ihre Anhänger aufgerufen, den Wahlen fernzubleiben. Die 1 100 Wahllokale sollten von 08.00 bis 21.00 Uhr öffnen. Erste Ergebnisse wurden am späteren Abend erwartet.

Für die Gültigkeit des Wahlgangs müssen mehr als 50 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben. Wenn die Wahl scheitert, muss die Stimmabgabe nach Angaben der Wahlkommission mit den gleichen Kandidaten wiederholt werden. Nach einem zweiten Scheitern wird eine spätere Neuwahl ausgeschrieben. An der Mindestbeteiligung sind in der größeren jugoslawischen Teilrepublik Serbien bereits zwei Anläufe zur Wahl eines Präsidenten gescheitert.

Quelle: RPO Archiv

 
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