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Präsident wirft Amerika Rassismus und Doppelmoral vor: Mugabe legt sich mit den USA an

zuletzt aktualisiert: 23.08.2002 - 18:35

Harare (rpo). Der simbabwische Präsident Robert Mugabe legt sich mit den USA an: Amerika sei selbst brutal gegen Farbige vorgegangen und fordere von seinem Land Menschenrechte und Demokratie ein.

Der simbabwische Präsident Robert Mugabe hat am Freitag den Vereinigten Staaten Doppelmoral und Rassismus vorgeworfen. Mugabe sagte im Rundfunk, Amerika sei brutal gegen Farbige vorgegangen und spreche heute von Menschenrechten und Demokratie. Der Präsident reagierte mit seiner Ansprache auf Aussagen des US-Unterstaatssekretärs für afrikanische Angelegenheiten, Walter Kansteiner. Dieser hatte am Dienstag erklärt, die USA wollten sich für demokratische Wahlen in Simbabwe einsetzen.

"Wir sind wütend über die Cowboy-Taktik, die die US-Regierung in unserem Land einführen will", sagte Informationsminister Jonathan Moyo in einer Stellungnahme. "Jedes Mal, wenn Amerika Demokratie und Menschenrechte predigt, werden die Afrikaner an die rassistische Brutalität erinnert, die Farbige erleiden mussten." Dieses Leiden sei nicht auf die Zeit der Sklaverei beschränkt, sondern unter der Regierung von US-Präsident George W. Bush fortgesetzt worden. "Die Ereignisse des 11. Septembers werden jetzt als Vorwand für Übergriffe auf Afrikaner und andere benutzt", hieß es weiter.

Präsident Robert Mugabe will fast 5.000 weiße Landwirte enteignen und hat bereits 2.900 zum Verlassen ihrer Höfe angewiesen. Etwa 60 Prozent haben sich jedoch geweigert, dieser Anordnung nachzukommen. Bauernvertreter warfen der Regierung eine Politik der ethnischen Säuberungen vor.

Kabinett aufgelöst

Im Krisenstaat Simbabwe hat Präsident Robert Mugabe am Freitag sein Kabinett aufgelöst. Im staatlichen Rundfunk erklärte Mugabe, er werde die neue Regierung am kommenden Montag präsentieren.

Quelle: RPO Archiv

 
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