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Düsseldorf
Nach Tod von Polizist warnt NRW vor "Reichsbürgern"

Düsseldorf. Wegen der tödlichen Schüsse auf einen Polizisten in Georgensgmünd bei Nürnberg hat ein Richter Haftbefehl wegen Mordes gegen den Schützen erlassen. Wie die Nürnberger Staatsanwaltschaft mitteilte, werden dem selbst ernannten "Reichsbürger" zudem versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Der 49-Jährige hatte einen 32 Jahre alten Beamten eines Spezialeinsatzkommandos bei einer Razzia angeschossen; der Polizist starb gestern Morgen. Einer seiner Kollegen wurde schwer, zwei Beamte wurden leicht verletzt. Die Polizei wollte dem "Reichsbürger", der die Bundesrepublik als Staat nicht anerkennt, seine 31 Waffen abnehmen, weil ihn die Behörden als Besitzer für unzuverlässig hielten.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bezeichnete den Tod des Polizisten als "entsetzliche Nachricht". "Meine Gedanken und mein Mitgefühl sind bei den Angehörigen", sagte er. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) warnte vor den "Reichsbürgern". "Waffen gehören nicht in die Hände dieser Leute", betonte er. Bei Mitgliedern der Bewegung handele es sich "nicht nur um Spinner, Querulanten und Verschwörungstheoretiker", sagte der Leiter des NRW-Verfassungsschutzes, Burkhard Freier. Zunehmend träten "Reichsbürger" rassistisch, antisemitisch und rechtsextremistisch auf.

Vier Polizisten aus Bayern sind nach Informationen des "Münchner Merkur" bei den "Reichsbürgern" aktiv. Dies habe das Innenministerium bestätigt, berichtete die Zeitung. Ein Polizeihauptkommissar, der als Ausbilder im Kreis Berchtesgadener Land tätig gewesen sei, sei suspendiert worden.

(csh/dpa)
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