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Essen
Nahles will Betreuung für Kinder gerechter verteilen

Essen. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hat sich für eine gerechtere Aufteilung der Arbeitszeit zwischen Vätern und Müttern ausgesprochen. Für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf seien selbstbestimmtere und flexible Arbeitszeiten zentral, sagte Nahles gestern in Essen. Die beliebte deutsche Lösung, dass nach der Geburt von Kindern der Mann Vollzeit und die Frau Teilzeit arbeite, führe dazu, dass Frauen in Unternehmen vielfach abgeschrieben würden. Eine spätere Rückkehr zur Vollzeit sei oft nicht möglich, obwohl es sich um die bestqualifizierte Frauengeneration aller Zeiten handele. "Wir müssen raus aus dieser Verschwendung von Motivation und Qualifikation", sagte Nahles.

Die Arbeitsministerin sprach auf einem Forum der SPD-Fraktion im NRW-Landtag zu einem Thesenpapier mit zehn Eckpunkten für eine Reform der Familien- und Arbeitsmarktpolitik, die noch vor der Landtagswahl konkretisiert werden sollen. Zu den Forderungen zählt unter anderem, von Vollzeit in Teilzeit und wieder zurück zu wechseln und die Arbeitszeit zwischen Vätern und Müttern gerechter aufzuteilen, im Idealfall auf jeweils 32 Stunden.

Nach den Vorstellungen der NRW-SPD-Fraktion sollen beide Eltern ihre Arbeitszeit für maximal drei Jahre auf 80 Prozent senken können und in diesem Zeitraum finanziell unterstützt werden. Ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen soll durch mehr Transparenz per Gesetz bekämpft werden. Sogenannte "Frauenberufe" sollen durch höhere Löhne und Gehälter aufgewertet werden. Da für eine bessere Vereinbarung von Familie und Beruf eine gute Kinderbetreuung entscheidend sei, will die SPD-Fraktion wie angekündigt zudem ein neues Kindergartengesetz bis 2018/19 auf den Weg bringen.

(kib)
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