Gruppen fordern Ende der israelischen Angriffe: Nahost: Militante Palästinenser stimmen Waffenruhe zu
zuletzt aktualisiert: 25.06.2003 - 18:42Jerusalem (rpo). In den Friedensverhandlungen für den Nahen Osten könnte ein Durchbruch bevorstehen: Drei militante Palästinenser-Organisationen haben sich zu einem Waffenstillstand bereit erklärt. Aber auch Israel soll die gezielten Angriffe unterlassen.
Die Führer der militanten Gruppen von Hamas, Islamischer Dschihad und Al Fatah erklärten sich zu einer dreimonatigen Waffenruhe bereit, wie am Mittwoch ein Fatah-Sprecher mitteilte.
Wie der Fatah-Funktionär Kadura Fares sagte, gab es in den vergangenen Tagen intensive Kontakte zwischen dem von Israel inhaftierten Führer des palästinensischen Aufstands, Marwan Barghuti, Hamas-Führer Chaled Maschal und dem Führer des Islamischen Dschihads, Ramadan Schalah. In dem Dokument fordern die palästinensischen Gruppe ein Ende der gezielten Angriffe der israelischen Armee auf führende Palästinenser und die Freilassung der von Israel festgehaltenen Palästinenser. Auch dürfe die israelische Armee nicht mehr in palästinensische Gebiete eindringen.
Aus Israel gab es zunächst keine Bestätigung, aber auch aus israelischen Geheimdienstquellen war zuvor verlautet, dass eine solche Erklärung der radikalen Gruppen in Kürze erwartet werde. Israel werde seine Reaktion auf einen solchen Vorschlag davon abhängig machen, ob die Angriffe tatsächlich endeten, hieß es in Sicherheitskreisen in Jerusalem.
Ein Waffenstillstand würde den internationalen Friedensplan von USA, EU, UN und Russlands wieder auf Kurs bringen. Israel hat jedoch bereits erklärt, dass eine Entwaffnung der Militanten folgen müsse. Der so genannten Road Map zufolge muss die Autonomiebehörde in der ersten Phase des Friedensprozesses die militanten Gruppen auflösen. Israel muss seinen Siedlungsbau im Westjordanland und Gazastreifen einstellen, Vorposten abbauen und sich allmählich aus den Autonomiegebieten zurückziehen.
Die israelischen Streitkräfte bestätigten einen Angriff im Gazastreifen in der Stadt Khan Junis. Er habe einer Hamas-Gruppe gegolten, die israelische Siedlungen mit Mörsern angegriffen habe, hieß es. Der Hubschrauber schoss zwei Raketen auf zwei Fahrzeuge ab. Ein Mann und eine Frau wurden getötet, 16 Personen verletzt, wie aus palästinensischen Krankenhauskreisen verlautete. Ein Fahrzeug gehörte dem Hamas-Mitglied Mohammed Masri, der aber nicht als Führungsmitglied der Organisation bekannt war.
Bei einem Feuergefecht im Gazastreifen wurden am Mittwoch zwei Palästinenser erschossen und ein israelischer Soldat verletzt. Bei Beit Hanun griffen zwei Hamas-Mitglieder israelische Militärfahrzeuge an, wie die Untergrundorganisation berichtete. Im anschließenden Schusswechsel seien die beiden getötet worden. Ein israelischer Soldat wurde nach Militärangaben verletzt.
Mit der Festnahme zweier Palästinenser nordöstlich von Tel Aviv konnte die israelische Polizei offenbar einen Anschlag vereiteln, wie Polizeichef Jehuda Bachar sagte. Der Festnahme der mutmaßlichen Attentäter war nach Angaben der Sicherheitskräfte ein Hinweis des Geheimdienstes vorangegangen.
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