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Palästina, Israel und Jordanien assoziieren: Nahost-"Troika" als EU-Partner

zuletzt aktualisiert: 09.05.2001 - 17:14

Berlin (dpa) . Der israelische Außenminister Schimon Peres könnte sich eine Troika aus seinem Land, den Jordaniern und den Palästinensern als assoziiertes EU-Mitglied vorstellen.

«Ich werde der Bundesregierung erklären, was in kleinen Schritten unternommen werden könnten - etwa, dass Jordanier, Palästinenser und wir eine Troika bilden könnten als assoziiertes EU-Mitglied und die europäischen Normen und Beziehungen einführen», sagte Peres in einem Interview der Zeitung «B.Z.» (Mittwochausgabe).

«Das Brillante an der Idee Europa ist, alte Streitigkeiten, Hass und Krieg nicht auf der politischen, sondern auf der wirtschaftlichen Ebene zu lösen», sagte Peres. Sein Ziel im Nahost-Konflikt sei der Frieden. Das Feuer müsse eingestellt und mit vertrauensbildenden Maßnahmen begonnen werden. Dann könnten sich die verfeindeten Lager abkühlen und wieder verhandeln.

Peres eröffnet am Abend in Berlin die neue israelische Botschaft. Das von der Architektin Orit Willenberg-Giladi entworfene Gebäude im Grunewald war nach zweijähriger Bauzeit fertig geworden. Bei der Einweihung wird auch Außenminister Joschka Fischer sprechen. Peres und Fischer treffen sich zuvor, um die Entwicklung im Nahen Osten zu erörtern.

Schröder hatte Peres am Dienstag als ersten ausländischen Politiker offiziell im neuen Berliner Kanzleramt empfangen. Bei dem Gespräch standen die weitere Zuspitzung der Lage im Nahen Osten sowie die Möglichkeiten für eine Entschärfung des Konflikts mit den Palästinensern im Vordergrund.

Der ägyptische Präsident Husni Mubarak hatte bei seinem Besuch in Berlin vor kurzem den Kanzler ausführlich über die ägyptisch- jordanische Initiative informiert, über vertrauensbildende Schritte den Dialog von Israelis und Palästinenser wieder in Gang zu bringen. Schröder hat über diesen Plan inzwischen mit einer Reihe von EU- Kollegen gesprochen.

Peres erklärte bei seinem Deutschland-Besuch, er wolle die Hoffnung auf Frieden im Nahen Osten nicht aufgeben. «Das Misstrauen steckt tief, aber trotz allem haben wir die Hoffnung nicht verloren.» Auch Deutschland könne entscheidend dazu beitragen, den anhaltenden Terror zu stoppen. «Die deutsche Stimme dafür ist wichtig.» Deutschland könne auf die Palästinenser einwirken, die Gewalt zu beenden.

Quelle: RPO Archiv

 
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