Erstmals im Baltikum: NATO berät über Erweiterung
zuletzt aktualisiert: 27.05.2001 - 15:04Wilna (rpo). Die Parlamentarische Versammlung der NATO tritt an diesem Montag erstmals im Baltikum zusammen. Etwa 300 Delegierte der 19 NATO-Mitgliedsstaaten und der 17 assoziierten Staaten wollen bis Donnerstag in der litauischen Stadt Wilna vor allem über die Erweiterung des Militärbündnisses und die Krise auf dem Balkan beraten. Am Sonntag kam zunächst das Leitungskomitee des beratenden Gremiums der NATO zu einem inoffiziellen Treffen zusammen.
Die litauischen Gastgeber und ihre Nachbarn Lettland sowie Estland erhoffen sich vom Ergebnis der Beratungen ein Signal für den angestrebten Beitritt zum westlichen Militärbündnis. Russland hatte angekündigt, als assoziierter Staat keine Delegation entsenden zu wollen. Nach litauischen Medienberichten will die Duma in Moskau damit gegen die geplante Erweiterung des NATO-Bündnisses demonstrieren. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte mehrfach betont, dass eine NATO-Erweiterung um die ehemaligen drei Sowjetrepubliken Moskauer Sicherheitsinteressen verletze.
Der Generalsekretär der Parlamentarischen Versammlung, Simon Lunn, sagte am Sonntag auf einer Pressekonferenz in Wilna: "Wir denken, es wäre viel besser für sie (Russland), hier zu sein und den Austausch von Ansichten - welcher auch immer - fortzusetzen".
Lettland, Litauen und Estland hatten 1991 mit ihrer staatlichen Lösung von Moskau den Zusammenbruch der Sowjetunion besiegelt. Später angebotene Sicherheitsgarantien des Kremls wiesen die neuen Regierungen im Baltikum zurück. Sie setzten ganz auf die Mitgliedschaft in der NATO und damit westlichen Schutz vor ihrem mächtigen Nachbarn. 1994 traten die drei baltischen Staaten in das "Partnerschaftsprogramm für Frieden" der NATO ein. Seitdem warten sie auf eine Einladung.
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