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Rebellenführer: Kampf ist beendet: NATO setzt Entwaffnung fort

zuletzt aktualisiert: 28.08.2001 - 16:47

Skopje/Sipkovica (rpo). Die NATO hat auch am Dienstag Waffen der albanischen Rebellen im Norden von Mazedonien eingesammelt. Bis auf einen Zwischenfall in Tetovo war die Lage ruhig. Der Führer der albanischen Rebellen, Ali Ahmeti, erklärte den bewaffneten Kampf für beendet.

In Tetovo versuchten etwa 50 slawische Mazedonier mit Straßenblockaden, den vereinbarten Abzug der Regierungstruppen zu verhindern. Trotz Warnungen der NATO wollten ferner etwa 350 slawische Mazedonier in einem Konvoi zu dem Dorf Lesok fahren, wo vergangene Woche eine orthodoxe Kirche bei einem Bombenanschlag zerstört wurde.

Die Mazedonier begründeten die Straßenblockade damit, dass sie nach einem Abzug der Streitkräfte Angriffen der Rebellen schutzlos ausgeliefert seien. Die Region um Tetovo war einer der Hauptschauplätze der Kämpfe, und Gefechte hielten auch nach der Unterzeichnung der Waffenruhe noch an. Der Abzug der Regierungstruppen soll der Entwaffnung der Rebellen in dem Gebiet vorausgehen.

Krise in Lesok befürchtet

Besorgt äußerte sich die NATO über den geplanten Besuch hunderter Mazedonier in Lesok, das in dem von den Rebellen besetzten Gebiet liegt. Die Mazedonier begründeten den von einer Lokalzeitung organisierten Konvoi zu der Klosteranlage mit einem christlich-orthodoxen Feiertag. Die Behörden warnten jedoch davor, dass die Straßen durch das Gebiet vermint sein könnten.

Am ersten Tag der Entwaffnung der Rebellen sammelte die NATO nach eigenen Angaben mehr als 300 Sturmgewehre, 70 bis 90 Maschinengewehre, mehrere Panzerabwehrwaffen sowie Granaten, Landminen und Munition ein. Nach der Ablieferung von einem Drittel der insgesamt ausgehandelten 3.300 Waffen soll das Parlament in Skopje erste politische Reformen einleiten. Die Regierung hält die Zahl von 3.300 Waffen für viel zu niedrig und geht davon aus, dass die Rebellen eher etwa 60.000 Waffen in ihrem Besitz halten.

Unterdessen kündigte der britische Außenminister Jack Straw an, am kommenden Donnerstag nach Mazedonien zu reisen. Dort will er unter anderem mit der Regierung in Skopje zusammenkommen. Die NATO-Operation "Essential Harvest" läuft unter britischem Oberbefehl. Ein britischer Soldat war am Sonntagabend von einer Gruppe Jugendlicher durch einen Steinwurf getötet worden.

Rebellenführer Ahmeti erklärte den Kampf für beendet. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP sagte er in dem Dorf Sipkovica: "Es ist notwendig, dass wir weiter miteinander leben." Nach Beginn der Entwaffnung gehe es nun darum, das Friedensabkommen umzusetzen. Nun sei es an den mazedonische Hardlinern um Ministerpräsident Ljubco Georgievski zu beweisen, dass sie zu ihrem Wort stünden. Der internationale Friedensplan sieht vor, dass die albanische Minderheit mehr Rechte erhält. Dazu muss das Parlament die Verfassung ändern und mehrere Gesetze beschließen. "Das ist gewiss ein Prozess, der viel Mut erfordert", sagte Ahmeti.

35 mutmaßliche Rebellen im Kosovo aufgegriffen

Amerikanische Soldaten der Kosovo-Friedenstruppe KFOR nahmen an der Grenze nach Mazedonien 35 mutmaßliche Rebellen fest. Sie versuchten in der Nacht zum Dienstag, die Grenze ins Kosovo zu überqueren. Laut Militärangaben wurden innerhalb von 48 Stunden etwa 200 mutmaßliche Rebellen an der Grenze aufgegriffen, seit Unterzeichnung des Friedensabkommens waren es mehr als 750. Die meisten von ihnen seien unbewaffnet gewesen und offenbar von ihren Kommandeuren entlassen worden.

Quelle: RPO Archiv

 
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