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Warschau
Nato will mehr Militär im Osten

Warschau. Die Aufrüstung dient als Abschreckungsmaßnahme gegen Russland.

Zum Auftakt des Nato-Gipfels in Warschau hat Generalsekretär Jens Stoltenberg weitreichende Beschlüsse in Aussicht gestellt. Die anstehenden Entscheidungen der Staats- und Regierungschefs würden die Allianz für Jahre prägen, sagte er gestern. Genau wie die Herausforderungen sich veränderten und entwickelten, verändere und entwickele sich auch die Nato. Auf dem Gipfel würden Veränderungen beschlossen, "so dass unsere Völker sicher sind, unsere Länder geschützt sind und unsere Werte erhalten werden", sagte Stoltenberg.

Beobachter sprechen vom wichtigsten Nato-Treffen seit Jahrzehnten. Die Staats- und Regierungschefs der Nato nehmen sich bei dem zweitägigen Treffen eine ehrgeizige Agenda vor: Neben der wachsenden Bedrohung durch die Terrormiliz Islamischer Staat und der Eindämmung der Flüchtlingskrise soll es zentral um den Umgang mit Russland gehen. Um Angriffe auf Polen und die drei baltischen Staaten zu verhindern, will das Bündnis erstmals größere Militäreinheiten in Osteuropa stationieren. Die Allianz werde die Entsendung von je einem multinationalen Bataillon in jedes der Länder beschließen, sagte Stoltenberg. "Dies macht deutlich, dass Truppen aus Mitgliedsländern quer durch die Allianz einem Angriff auf einen Verbündeten entgegentreten werden." Russlands Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow entgegnete: "Wir sind nicht diejenigen, die an die Nato-Grenze heranrücken."

(ap)
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