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Kronprinz nahm Drogencocktail zu sich: Nepal: Kronprinz beging Königsmord im Drogenrausch

zuletzt aktualisiert: 14.06.2001 - 18:37

Kathmandu (rpo). Zwei Wochen nach dem Königsmord von Nepal ist Kronprinz Dipendra auch offiziell beschuldigt worden, im Drogenrausch seine Eltern, Geschwister und sich selbst erschossen zu haben. Dipendra habe zwei Gläser Whisky getrunken, Haschisch und eine andere Droge geraucht

Dann hat er noch mit seiner Freundin Deviyani telefoniert, bevor er das Massaker beging, hieß es im offiziellen Untersuchungsbericht. Der Bericht wurde am Donnerstag dem neuen König Gyanendra übergeben und veröffentlicht.

In der Bevölkerung waren die Beschuldigungen gegen Dipendra (29) angezweifelt worden. Deviyani weigerte sich, zu sagen, worüber sie vor dem Massaker mit Dipendra sprach. "Gute Nacht, ich gehe jetzt ins Bett. Wir sprechen uns morgen wieder", habe Dipendra bei seinem letzten Anruf zum Abschied gesagt, sagte Deviyani der Kommission.

Zeugen hatten schon am Tag nach der Tragödie ausgesagt, Dipendra habe seinen Vater König Birendra (55), seine Mutter Königin Aishwarya (51), seine beiden Geschwister und fünf Verwandte getötet, bevor er sich selbst in den Kopf schoss. Zu dem Essen, das jeden Freitagabend im Palast stattfand, waren 24 Familienangehörige eingeladen, von denen 21 teilnahmen. Der jetzige König Gyanendra zählte nicht dazu.

Bevölkerung ist immrer noch wütend

Trotz der Vorwürfe und obwohl er im Koma lag, war Dipendra nach der Tragödie zum König ausgerufen worden. Er starb zwei Tage später und die Krone ging an seinen Onkel. König Gyanendra hatte die Kommission eingesetzt und der Bevölkerung Aufklärung versprochen. Die Frage, wo die Leibwächter der Monarchen waren, blieb jedoch ungeklärt.

Parlamentspräsident Taranath Rana Bhatt und der oberste Richter Keshab Prasad Upadhyaya verhörten die Überlebenden. Sie bezeichneten Dipendra nicht als Mörder, sagten jedoch, er habe alle Schüsse abgefeuert. Er soll dabei eine Pistole sowie zwei automatische Gewehre benutzt haben, die mehrere hundert Kugeln pro Minute abfeuern können.

Der Bericht nennt Liebeskummer nicht direkt als Motiv. Verwandte hatten ausgesagt, Dipendra habe die Frau abgelehnt, die seine Eltern für ihn ausgewählt hatten, und habe Deviyani heiraten wollen. Deviyani hatte sich nach der Tragödie nach Indien abgesetzt.

Sowohl die Version des Amoklaufs als der Versuch, die Tragödie als Unfall darzustellen, hatten im Volk Wut ausgelöst. Nach der Beisetzung des beliebten Königspaares war es zu Unruhen mit mehreren Toten gekommen. Militante Maoisten versuchten, den Unmut zu schüren, indem sie von einer Verschwörung sprachen. Um neue Unruhen zu verhindern, waren vor der Veröffentlichung des Berichts die Sicherheitsmaßnahmen verschärft worden.

Quelle: RPO Archiv

 
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