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Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung: Neue Anklage gegen Schindler

zuletzt aktualisiert: 15.02.2001 - 14:50

Frankfurt/Main/Karlsruhe (dpa). Gegen den Angeklagten im Prozess um den Terroranschlag auf die OPEC-Konferenz in Wien, Rudolf Schindler, ist eine neue Anklage eingereicht worden. Am Tag der Urteilsverkündung im OPEC-Prozess erklärte die Bundesanwaltschaft am Donnerstag in Karlsruhe auf Anfrage, dass sie eine Anklage gegen Schindler beim zweiten Strafsenat des Kammergerichts Berlin eingereicht habe.

Wegen der noch ausstehenden Zustellung könne sie über Einzelheiten nichts sagen, erklärte die Behördensprecherin Frauke Scheuten.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur muss sich der 58 Jahre alte Schindler wegen Sprengstoffdelikten und der Mitgliedschaft in der terroristischen Vereinigung "Revolutionäre Zellen" (RZ) verantworten. Der Berliner Zelle der Organisation werden unter anderem die Knieschussattentate auf den Berliner Verwaltungsrichter Günter Korbmacher und den Chef der Berliner Ausländerbehörde Harald Hollenberg aus den Jahren 1986 und 1987 zugerechnet. Die Schusswaffenanschläge sind allerdings verjährt. Gegen vier weitere mutmaßliche RZ-Mitglieder hatte die Bundesanwaltschaft getrennt Anklage erhoben.

Im Frankfurter OPEC-Prozess hatte der RZ-Kronzeuge Tarek Moussli Schindler als "Schützen" der RZ bezeichnet und ihn außerdem in den Zusammenhang mit dem noch unaufgeklärten Mord am hessischen Wirtschaftsminister Heinz-Herbert Karry vom Mai 1981 gebracht. Der andere Angeklagte Hans-Joachim Klein hatte Schindler der logistischen Vorbereitung des Anschlags auf die Wiener OPEC-Konferenz beschuldigt. Schindler war im Oktober 1999 in Frankfurt festgenommen worden.

Quelle: RPO Archiv

 
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