Zwei Autobahnen besetzt: Neue Lkw-Blockaden in den Niederlanden
zuletzt aktualisiert: 13.09.2000 - 11:28Amsterdam (dpa). Niederländische Lkw-Fahrer haben am Mittwoch ihre Blockadeaktionen aus Protest gegen die hohen Dieselpreise fortgesetzt. Am Morgen waren zwei Autobahnen im Land blockiert
Ferner stellten belgische Lkw-Fahrer ihre Fahrzeuge im Süden des Landes beim Grenzübergang Stein quer. Durch eine Blockade bei Steenbergen im Zeeland im Süden entstand ein Stau von sieben Kilometer Länge. Es handelt sich um "wilde Aktionen" selbstständiger Fahrer, die nicht von den Transportverbänden gedeckt werden. Es war der dritte Tag derartiger Aktionen.
Inzwischen nehmen die Proteste gegen diese Aktionen zu. Verbände von Exporteuren sprechen von "unrechtmäßigen Blockaden" und drohen mit Schadenersatzforderungen. Auch Krankenhäuser sind besorgt, dass lebensbedrohliche Situationen entstehen könnten, wenn Rettungswagen keine freie Fahrt haben. Die niederländische Regierung denkt vorerst nicht daran, die Steuer auf Dieseltreibstoff zu senken.
Finanzminister Gerrit Zalm übte scharfe Kritik an dem niederländisch-britischen Ölkonzern Shell. Shell hatte in großen Zeitungsanzeigen darauf hingewiesen, dass es nur drei Cent (rund 2,8 Pfennig) pro Liter Benzin an Gewinn habe. "Ich mache mir ernste Sorgen um Shell", sagte der Minister. "Wenn das Unternehmen nur drei Cent Gewinn pro Liter Benzin macht, dann muss es am Rande des Abgrunds stehen."
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