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KZ-Gedenkstätte geschändet: Neue Zwischenfälle mit rechtsextremem Hintergrund

zuletzt aktualisiert: 03.08.2000 - 12:16

Ludwigslust/Eisenach (AP). Die Gedenkstätte der Massengräber des KZ-Außenlagers Wöbbelin bei Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern ist geschändet worden. In Eisenach ist es wenige Tage nach den Übergriffen auf Ausländer in der Nacht zum Donnerstag zu einem neuen Zwischenfall mit rechtsextremistischem Hintergrund gekommen.

An der Wöbbeliner Gedenkstätte hätten der oder die Täter eine Gedenktafel auf ein Grab geworfen, einen Grabstein umgestoßen und Blumengebinde auseinander gerissen, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Bei ihren Ermittlungen prüfe die Kriminalpolizei auch einen politischen Hintergrund der Tat. Es sei im Raum Ludwigslust innerhalb weniger Wochen der dritte Schändungsvorfall gegen die Gedenkstätte des ehemaligen KZ-Außenlagers beziehungsweise gegen Erinnerungstafeln an den Todesmarsch aus dem KZ Sachsenhausen.

In Eisenach teilte die die Polizei mit, sie sei von Bürgern auf den Plan gerufen worden, weil zehn bis 20 Jugendliche auf der Michelskuppe am Stadtrand ein Lagerfeuer entzündet hatten und "Sieg heil!" und andere nazistische Parolen grölten. Zehn Personen im Alter zwischen 16 und 21 Jahren, darunter ein Mädchen, wurden vorübergehend festgenommen.

Am Samstagabend waren in Eisenach zwei Asylbewerber aus Afrika beschimpft, getreten und durch die Stadt verfolgt worden. Am (morgigen) Freitag soll eine Solidaritätskundgebung Eisenacher Bürger gegen Rassismus und Rechtsextremismus stattfinden.

Quelle: RPO Archiv

 
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