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Washington
Neuer Ärger für Trump und Clinton

Washington. Der Republikaner jonglierte mit der Höhe seiner Schulden. Die Demokratin belastet weiter die E-Mail-Affäre im Wahlkampf. Von Frank Herrmann

Auf Wahlkampfbühnen hat er damit geprahlt, der "König der Schulden" zu sein. Zum Entsetzen aktueller und ehemaliger amerikanischer Finanzminister hat er einmal gesagt, dass ein Präsident Donald Trump (70) kreativ mit der Staatsverschuldung umgehen würde. Was nichts anderes bedeutete, als Gläubigern nicht in jedem Fall in voller Höhe zurückzuzahlen, was sie den Vereinigten Staaten geliehen hatten. Es trug bei zum Bild eines Scharlatans, der mit Verbindlichkeiten jongliert wie ein Akrobat mit einem halben Dutzend Bällen. Und genau diesen Eindruck haben gestern veröffentlichte Recherchen der "New York Times" erneut bestätigt.

Demnach haben Firmen des Bauunternehmers mindestens 650 Millionen Dollar an Schulden angehäuft. Das ist mehr als das Doppelte dessen, was Trump zum Auftakt des Rennens ums Weiße Haus eingestanden hatte. Als die Bewerber nach ihren finanziellen Verhältnissen gefragt wurden, hatte er 315 Millionen Dollar an Außenständen angegeben. Pikante Details blieben verborgen, was nicht nur an Trump lag, sondern auch an der Art, wie solche Formulare gegliedert sind: Es wird nicht nach genauen Summen gefragt, sondern nach Stufen, deren höchste bei 50 Millionen Dollar pro Kreditaufnahme endet.

Zu den Gläubigern des Trump-Imperiums zählt etwa die Bank of China, eines der führenden chinesischen Finanzinstitute, das überaus aktiv ist auf dem US-Immobilienmarkt. Das überrascht keinen, nur ist es in diesem Fall ziemlich brisant, handelt es sich doch um die Bank eines Landes, dessen Exportoffensive der Kandidat mit empfindlich hohen Zöllen zu stoppen verspricht. Während der Politiker Trump China an den Pranger stellt, hat der Geschäftsmann Trump kein Problem damit, in China Geld zu borgen.

Um es konkret zu machen, warfen die Rechercheure, Immobilienexperten des Unternehmens Red Vision Systems, im Auftrag der Zeitung einen Blick hinter die Kulissen eines gläsernen Bürowürfels. Er liegt an der Avenue of the Americas, einer der langgestreckten Magistralen der Wolkenkratzerinsel Manhattan - New Yorker Durchschnittsware, nichts Besonderes. Um das Gebäude zu finanzieren, hat ein Konsortium von Bauherren, Trump eingeschlossen, Kredite in Höhe von 950 Millionen Dollar aufgenommen. Auf der Liste der Geldgeber steht übrigens auch Goldman Sachs, das Investmenthaus, über das der Baulöwe sagt, es habe Hillary Clinton in der Tasche, weil seine Rivalin dort drei mit jeweils 225.000 Dollar dotierte Reden hielt. Sie kommt auch wegen ihrer E-Mail-Affäre wieder stärker unter Druck. Ein Bundesrichter in Washington forderte von ihr eine schriftliche eidesstattliche Auskunft darüber, warum sie als Außenministerin einen privaten Server für dienstliche E-Mails genutzt habe. James Comey, Direktor des Bundeskriminalamtes FBI, hatte Clinton nach Ende von Ermittlungen vor wenigen Wochen extreme Nachlässigkeit bescheinigt, kriminelles Verhalten aber nicht.

Quelle: RP
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