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Zwei Tote - noch größere Katastrophe verhindert: Neuer Selbstmordanschlag in Tel Aviv

zuletzt aktualisiert: 10.10.2002 - 12:49

Tel Aviv (rpo). Am Donnerstagmorgen hat sich in Tel Aviv ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Zwei Menschen wurden getötet und 16 verletzt. Der Busfahrer und ein Passagier verhinderten eine noch größere Katatstrophe.

Wie der Polizeichef von Tel Aviv, Jossi Sedbon, erklärte, stürzte der Attentäter beim Einsteigen in den Bus. Als der Fahrer ihm aufhelfen wollte, bemerkte er den Sprengstoffgürtel und drückte ihn gemeinsam mit einem Rettungsassistenten nieder. Beide ließen den Attentäter jedoch wieder los, so dass dieser seinen Sprengsatz zünden konnte.

"Wir haben seine Arme niedergedrückt", sagte der Busfahrer Baruch Neuman. "Das waren sehr viele Menschen an der Haltestelle. Nachdem alle geflohen waren, haben wir ihn freigelassen." Der Mann habe begonnen, sich zu wehren, darum habe er gemeinsam mit dem Rettungsassistenten beschlossen, ihn freizulassen und zu fliehen. Er habe um sein Leben gefürchtet. Der Attentäter stand auf und lief etwa 30 Meter auf eine Gruppe von Menschen an der Haltestelle zu. Dann zündete er seinen Sprengstoff.

Der Anschlag ereignete sich an einer Schnellstraße in der Nähe von Bnei Brak, einem Vorort von Tel Aviv. Eine ältere Frau wurde getötet, vier weitere Menschen wurden teilweise schwer verletzt. Unter den Fahrgästen im Bus waren viele Soldaten. Warum sie nicht einschritten, war nicht klar. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Der Sprecher der radikalen Hamas-Organisation, Ismail Abu Schanab, erklärte, er wisse nicht, wer das Attentat geplant habe, aber "der Widerstand wird mit allen Mitteln weitergehen, bis wir unsere Rechte bekommen".

Es war der zweite Selbstmordanschlag in Tel Aviv in drei Wochen. Am 19. September hatte sich ein Aktivist der Hamas in einem Bus in die Luft gesprengt und dabei fünf Israelis und sich selbst getötet.

In der Nacht zum Donnerstag nahmen die israelischen Streitkräfte bei einer groß angelegten Razzia im Westjordanland mehr als 70 unter Terrorverdacht stehende Palästinenser fest. Der Schwerpunkt lag in Ramallah, wo "55 gesuchte Terroristen" gefasst wurden, wie die Armee mitteilte. Ziel der Aktion sei es gewesen, die terroristische Infrastruktur zu zerstören, insbesondere die der Hamas.

Berichte über Tote oder Verletzte lagen zunächst nicht vor. Die Armee entdeckte in einer Ortschaft einen 15 Kilogramm schweren Sprengsatz und brachte ihn kontrolliert zur Explosion.

Die israelische Armee war in der Nacht auch erneut mit Panzern in das Flüchtlingslager bei Rafah im Gazastreifen eingedrungen. Soldaten und bewaffnete Palästinenser beschossen sich gegenseitig mit Maschinengewehren, wie Augenzeugen berichteten. Nach Tagesanbruch kamen Kinder und Jugendliche aus den Häusern, um den Gefechten zuzuschauen. Zwei Jungen im Alter von zwölf und 17 Jahren wurden getötet. Der Vorstoß der etwa 20 Panzer aus zwei Richtungen wurde von Jeeps und Kampfhubschraubern unterstützt. Tags zuvor hatten israelische Soldaten in dem Lager zwei Palästinenser erschossen und 17 weitere verletzt.

Während der Gefechte im Flüchtlingslager bei Rafah fuhr nach palästinensischen Angaben ein israelisches Militärfahrzeug auf einen Sprengsatz, den die Hamas nach eigenen Angaben gelegt hatte. Wie die israelische Armee mitteilte, wurde dabei ein Soldat leicht verletzt.

Quelle: RPO Archiv

 
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