Israel macht Eichmanns Tagebücher öffentlich: Niederschrift wird in Jerusalem ausgestellt
zuletzt aktualisiert: 27.02.2000 - 23:16Jerusalem (dpa). Die israelische Justizbehörden haben am Sonntagabend entschieden, die Gefängnis-Tagebücher des Nazi- Kriegsverbrechers Adolf Eichmann in zionistischen Archiven in Jerusalem der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Der israelische Rundfunk berichtete am späten Abend, Generalstaatsanwalt Elyakim Rubinstein habe die Entscheidung nach einem Treffen mit mehreren Rechtsexperten, darunter auch pensionierte Richter, gefällt. Eine Kopie der Tagebücher solle der britische Gerichtshof erhalten, wo ein umstrittener britischer Historiker, bekannt als Holocaust-Leugner, Verleumdungsklage gegen eine US-Historikerin eingereicht hat.
Die Eichmann-Familie hatte die Tagebücher für sich beansprucht. Adolf Eichmann war 1960 vom israelischen Geheimdienst von Argentinien nach Israel gebracht worden. Er begann mit der Niederschrift kurz nach seiner Festnahme durch die Israelis und setzte sie bis zum Tag seiner Hinrichtung 1961 fort. Eichmann war von einem israelischen Sondergericht für Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt worden. Er war als SS-Obersturmbannführer für die Transporte von Juden in die Massenvernichtungslager der besetzten Ostgebiete verantwortlich.
Nach Kriegsende war Eichmann über Italien nach Argentinien geflüchtet. Indem die Tagebücher zum Staatsbesitz Israels gemacht worden seien, seien jegliche Copyright-Ansprüche für diese Bücher ausgeschlossen worden.
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