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Seoul
Nord- und Südkorea planen Gespräche

Seoul. Der Süden bietet Nordkorea die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen an.

Trotz des verschärften Konflikts um das nordkoreanische Atomprogramm wollen sich Süd- und Nordkorea zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder an einen Tisch setzen. Nordkorea habe den Vorschlag des Südens akzeptiert, sich am nächsten Dienstag zu Gesprächen im Grenzort Panmunjom zu treffen, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul mit. Es soll um eine Teilnahme Nordkoreas an den Olympischen Winterspielen vom 9. bis zum 25. Februar im südkoreanischen Pyeongchang, aber auch um die Verbesserung der angespannten Beziehungen gehen. Wer auf beiden Seiten an den Gesprächen teilnimmt, war zunächst unklar.

Die Einigung beider Koreas erfolgte einen Tag nach der Zustimmung durch US-Präsident Donald Trump, geplante südkoreanisch-amerikanische Militärmanöver wegen der Olympischen Spiele zu verschieben. Ein Sprecher der US-Streitkräfte Korea bestätigte, die entsprechende Vereinbarung zwischen Trump und dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In schließe auch die Paralympischen Winterspiele in Pyeongchang vom 9. bis zum 18. März ein. Moon hatte die Verlegung vorgeschlagen.

US-Verteidigungsminister James Mattis sprach von einem Schritt der "Konfliktentschärfung". Er deutete an, dass die regulären Frühjahrsmanöver mit Südkorea kurz nach den Paralympischen Spielen beginnen sollen. Die Manöver lösen regelmäßig Protest aufseiten der isolierten kommunistischen Führung in Nordkorea aus.

Die Einigung beider koreanischer Staaten folgte auf Entspannungssignale aus Nordkorea in Richtung Süden. Machthaber Kim Jong Un hatte in seiner Neujahrsansprache angeboten, eine Delegation zu den Olympischen Spielen zu schicken. Beide Seiten hatten am Mittwoch ihre Telefon- und Faxleitungen an der Grenze erstmals seit knapp zwei Jahren wieder geöffnet.

(dpa)
 
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