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Briten offenbar zur Verringerung der Truppen bereit: Nordirland: Friedensgespräche werden fortgesetzt

zuletzt aktualisiert: 18.01.2001 - 14:25

Belfast (AP). Der britische Premierminister Tony Blair hat am Donnerstag seine Gespräche mit nordirischen Politikern fortgesetzt, mit denen er das Friedensabkommen für die Provinz retten will. Bei den Treffen, an denen bereits am Mittwoch auch Vertreter der irischen und amerikanischen Regierung beteiligt waren, geht es vor allem um die Fortsetzung der gemeinsamen Regierung von Protestanten und Katholiken. Blair will dem Vernehmen nach eine Formel vorschlagen, mit der ein Ausweg aus dem stockenden Friedensprozess gefunden werden kann.

Großbritannien ist offenbar zu einer weiteren Verringerung seiner Truppenpräsenz in der Provinz bereit, falls die Untergrundorganisation IRA mit Schritten zu ihrer Entwaffnung beginnt. Die Irisch-Republikanische Armee hat im Karfreitagsabkommen von 1998 zugestimmt, internationalen Inspektoren Zutritt zu ihren Waffenlagern zu gewähren. Noch haben die IRA-Kämpfer aber keine Waffen abgegeben oder vernichtet. Die der IRA nahe stehende Partei Sinn Fein machte am Mittwochabend erneut die britische Regierung für die gespannte Lage verantwortlich.

Der Parteivorsitzende Gerry Adams erklärte, Blair habe im Bereich der militärischen Umstrukturierung und der Polizeireform noch einen weiten Weg vor sich. Ein Ziel der gegenwärtigen Verhandlungen ist es offenbar, die IRA zur Wiederaufnahme ihrer Kontakte mit den internationalen Beobachtern zu bewegen. Im Gegenzug soll der protestantische Regierungschef David Trimble wieder in vollem Umfang mit der Sinn Fein zusammenarbeiten, die zwei Ministerposten inne hat. Im November hatte er sie von der Regierungsarbeit praktisch ausgeschlossen.

Die Vermittler könnten schnell festlegen, was beide Seiten tun müssten, um den Friedensprozess wieder in Schwung zu bringen, sagte Blair dem Rundfunksender BBC. Wie immer hänge es aber letztlich davon ab, ob die Parteien wirklich bereit seien. Der Londoner Regierungschef bezweifelte, dass seine Initiative schon am Donnerstag Ergebnisse zeigen würde. Blair telefonierte während der Verhandlungen in der Nacht zum Donnerstag auch 20 Minuten mit US-Präsident Bill Clinton, der Nordirland erst kürzlich zum dritten Mal in seiner Amtszeit besucht hatte.

Quelle: RPO Archiv

 
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