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Seoul
Nordkorea provoziert mit Start einer Langstreckenrakete

Seoul. Nur einen Monat nach seinem Atomtest hat Nordkorea mit dem Start einer Weltraumrakete erneut die Weltgemeinschaft herausgefordert. Die Trägerrakete habe den "neu entwickelten Erdbeobachtungssatelliten Kwangmyongsong-4 (,Leuchtender Stern') erfolgreich auf seine Erdumlaufbahn gebracht", verkündete die nordkoreanische Raumfahrtbehörde. International wird dies als verdeckter Test einer ballistischen Langstreckenrakete angesehen, die Atomwaffen tragen könnte. Viele Staaten von den USA und Frankreich bis Südkorea und Japan warfen dem diktatorischen Regime schwere Provokation vor. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte die Aktion und drohte Nordkorea mit weiteren Sanktionen.

Südkorea kündigte bereits gestern offizielle Gespräche mit seinem Verbündeten USA über die umstrittene Lieferung amerikanischer Abfangraketen an. Dies dürfte vor allem in China und Russland Beunruhigung auslösen, die strikt gegen die Aufstellung solcher US-Raketen in ihrer Nachbarschaft sind. Die jetzt gestartete Trägerrakete habe vermutlich eine Reichweite von bis zu 13.000 Kilometern gehabt und könnte somit theoretisch das US-Festland erreichen, zitierte die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap einen Militär. Nordkoreas Raumfahrtbehörde verteidigte den Start als Ausübung des "legitimen Rechts auf die Weltraumforschung zu unabhängigen und friedlichen Zwecken".

(dpa)
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