Gegenkundgebung am Brandenburger Tor: NPD marschierte erneut in Berlin auf
zuletzt aktualisiert: 18.03.2000 - 10:24Berlin (AP). Begleitet von einem Großaufgebot an Sicherheitskräften hat die rechtextreme NPD am Sonntag im Berliner Regierungsviertel demonstriert. Die Veranstaltung unter dem Motto "Wir sind ein Volk - Solidarität mit Österreich" hatte das Oberverwaltungsgericht erst am Vortag unter Auflagen erlaubt. Vor 62 Jahren (12. März 1938) war Hitler-Deutschland in Österreich einmarschiert. Zu einer Gegendemonstration versammelten sich im Regierungsviertel rund 7.000 Menschen. In der Nähe des Brandenburger Tors kam es zu Ausschreitungen. Die Polizei drohte mit dem Einsatz von Wasserwerfern.
Die rund 500 NPD-Anhänger durften nicht durch das Brandenburger Tor laufen und keine Fahnen und Trommeln mitführen sowie Uniformen tragen. Gerichtlich untersagt wurde ihnen auch, in Marschformation zu demonstrieren. Ursprünglich wollte die NPD durch den Bezirk Kreuzberg marschieren, wo zehntausende Türken und viele Mitglieder der linken autonomen Szene leben. Die Polizei legte die Strecke jedoch um. In der Leipziger Straße kam es zu ersten Zusammenstößen zwischen linken und rechten Demonstranten. Die Polizei nahm zehn NPD-Aktivisten wegen Beleidigung von Polizeibeamten und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz sowie acht Gegendemonstranten fest. Die NPD-Veranstaltung endete auf der Westseite des Brandenburger Tores. eilnehmer skandierten: "Asylbewerber raus" und "Freiheit für Österreich". Der Berliner Senat hatte vergeblich versucht, den Aufmarsch zu verbieten. Rund 1.400 Beamte von Polizei und Bundesgrenzschutz waren im Einsatz. Bereits Ende Januar hatte ein NPD-Aufzug weltweit für Empörung gesorgt. Erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg waren wieder Rechtsextremisten durch das Brandenburger Tor marschiert.
Am Brandenburger Tor in Berlin hat eine Kundgebung gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit begonnen. Mehrere tausend Menschen nehmen daran teil. Bundestagspräsident Thierse hat auf einer Kundgebung in Berlin zu einem stärkeren Engagement gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus in Europa aufgerufen. An der Kundgebung an der Ostseite des Brandenburger Tores nahmen mehrere tausend Menschen teil. Zur gleichen Stunde marschierten rund 500 Anhänger der rechtsextremistischen NPD in Richtung Westseite des Brandenburger Tor. Um ein Zusammentreffen der Demonstranten zu verhindern, hat die Polizei das Tor mit einem Gitter versperrt.
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