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Düsseldorf
NRW: 120.000 neue Wohnungen nicht nur für Flüchtlinge

Düsseldorf. Die Landesregierung erwartet, dass die zugereisten Flüchtlinge für ihren dauerhaften Verbleib weit überdurchschnittlich in die Gegend der Städte Köln, Essen, Dortmund, Düsseldorf sowie Bonn und Bielefeld ziehen wollen. Das erklärte gestern Landesbauminister Michael Groschek (SPD) anlässlich eines "Grundstücksgipfels" mit Bürgermeistern, Bauunternehmen, Verbänden und Kirchen.

Dabei rechnet das Land damit, den Bedarf nach Wohnraum auch in diesen Städten decken zu können. Dazu müsse auch im Umland in "urbanen Mischgebieten" gebaut werden. Das sind Gegenden, in denen es viel Gewerbe gibt und oft viel Verkehr. Groschek: "Wenn wir da nicht bauen, hätten wir faktisch Bauverbot in manchen Städten."

Ab Januar soll auf regionaler Ebene diskutiert werden, wo die erhofften neuen rund 120.000 Wohnungen in NRW entstehen. Dabei erklärte Groschek auf Nachfrage, man wolle zwar dort bevorzugt Häuser bauen, wo die Zuwanderer nach internen Prognosen hinwollen. Aber es dürfe nicht zu Ghettos kommen: "Wenn es die Leute eher in die Städte wegen der Arbeitsplätze zieht, ist das nachvollziehbar", sagte der Minister. Ebenso sei es verständlich, wenn Afghanen beispielsweise in eine Stadt wollten, wo schon einige Landsleute leben. Nordrhein-Westfalen wolle aber verhindern, dass zu viel weiterer Zuzug in Stadtteile mit vielen Immigranten stattfindet. Groschek stellte klar, dass die erhofften Wohnungen auch Deutschen offenstehen: "Da kann jeder einziehen, egal ob Ur-Düsseldorfer oder eine Familie aus Syrien."

Rein quantitativ wird das Land kein Problem haben, neue Häuser bauen zu lassen: 1700 Hektar an Baufläche sind notwendig, 19.000 Hektar stehen zur Verfügung. Ohne Steuererleichterungen für Bauherren auf Bundesebene dürfte der Bauboom aber ausbleiben.

(rky)
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