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Düsseldorf
NRW fordert Bleiberecht für Azubis

Düsseldorf. Zusammen mit Thüringen will das Land die Ausbildung von Flüchtlingen erleichtern. Von Kirsten Bialdiga

Nordrhein-Westfalen und Thüringen starten eine Initiative, um jungen Flüchtlingen eine Berufsausbildung in Deutschland zu erleichtern. Nach dem Willen der beiden Landesarbeitsminister sollen Asylsuchende und Geduldete während der Zeit ihrer Ausbildung und einer sich daran anschließenden Beschäftigung möglichst nicht abgeschoben werden können. "Jungen Flüchtlingen eine reelle Ausbildungsperspektive zu ermöglichen, ist im Sinne von Integration zwingend notwendig und ökonomisch sinnvoll", sagte Landesarbeitsminister Rainer Schmeltzer (SPD). Ohne einen gesicherten Status sei es aber wenig realistisch, dass sich genug Betriebe fänden, die Flüchtlinge ausbilden.

Einen entsprechenden Antrag, der unserer Redaktion vorliegt, wollen die beiden Bundesländer in dieser Woche bei der Konferenz der Arbeits- und Sozialminister in Erfurt einbringen. Sollte sich wie erwartet die Mehrheit der Bundesländer dafür aussprechen, ist dies ein deutliches Zeichen an die Bundesregierung, aktiv zu werden.

Dem Antrag zufolge sollen künftig auch ältere Asylsuchende noch eine Berufsausbildung machen dürfen. Bisher gilt hier eine Altersgrenze von 21 Jahren. "Viele junge Flüchtlinge haben im Heimatland krisenbedingt und durch die Zeit der Flucht ihre Schulbildung nicht abschließen können", heißt es in dem Papier. Dabei brächten sie häufig gute Bildungsvoraussetzungen und eine hohe Motivation mit.

Zudem soll die berufliche Qualifikation der Asylsuchenden, die eine Bleibeperspektive haben, von der Bundesagentur für Arbeit künftig schon in den Erstaufnahmeeinrichtungen erfasst werden. Zusätzliche Finanzmittel erhoffen sich die Minister aus dem Europäischen Sozialfonds.

Quelle: RP
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