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Düsseldorf
NRW-Polizei schützt belgische Einrichtungen vor Anschlägen

Düsseldorf. Die nordrhein-westfälische Landesregierung nimmt die aktuelle Gefährdungslage sehr ernst. "Die Sicherheitsbehörden von Bund und Land stehen in einem engen Informationsaustausch", sagte Innenminister Ralf Jäger (SPD). Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen seien nach den gestrigen Anschlägen in NRW eingeleitet worden. So werden etwa belgische Einrichtungen in NRW geschützt. Jäger warnte aber vor einer Hysterie: "Wir lassen uns von den Terroristen nicht einschüchtern." Von Christian Schwerdtfeger

In NRW leben die meisten gewaltbereiten Salafisten in Deutschland. Einige von ihnen haben bereits in Syrien für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gekämpft. Sie stehen unter besonderer Beobachtung des Verfassungsschutzes. Die Sicherheitsbehörden halten seit Jahren den Ermittlungsdruck auf diese Szene hoch. Nach den Anschlägen in Paris im vergangenen November wurden bei Staatsschutz und Landeskriminalamt (LKA) sowie einigen ausgewählten Polizeibehörden spezielle Fahndungsgruppen und Analysestellen zur Terrorabwehr neu geschaffen und personell aufgestockt. "Wir haben durch unsere offenen und versteckten Maßnahmen schon Anschläge verhindert", sagte Innenminister Ralf Jäger (SPD). In zwei Fällen schrammte man aber auch nur mit viel Glück an der Katastrophe vorbei. 2012 zündete am Bonner Hauptbahnhof ein Sprengsatz nur wegen eines Konstruktionsfehlers nicht. Im Sommer 2006 ging eine Bombe in einem Zug in Köln nicht hoch, weil der Zünder defekt war.

Die Islamisten lassen nichts unversucht, um Kämpfer zu rekrutieren. Seit Monaten versuchen sie, unzufriedene Flüchtlinge für ihre Zwecke zu gewinnen. So versuchen in Nordrhein-Westfalen Salafisten gezielt, Zuwanderer vor und in den Unterkünften anzuwerben. Dem Verfassungsschutz sind bereits einige dieser Fälle bekannt. In manchen Städten verteilten die Extremisten bereits den Koran vor den Einrichtungen. Im Internet geben Salafisten-Prediger Ratschläge, wie man das Vertrauen der Flüchtlinge gewinnen könne. So solle man ihnen Geschenke mitbringen und sie in eine Moschee einladen.

Sorgen bereiten den Sicherheitsbehörden auch Terroristen, die als Flüchtlinge getarnt ins Land reisen könnten - so wie es auch einer der Attentäter von Paris gemacht hat.

Quelle: RP
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