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Transrapid-Strecke an Rhein-Ruhr?: NRW-Verkehrsminister Steinbrück: Plausibilitätsprüfung brachte positive Ansätze

zuletzt aktualisiert: 21.02.2000 - 19:03

Dortmund (dpa/lnw). Die umstrittene Magnetschwebebahn Transrapid wird möglicherweise als "Metro-Rapid" an Rhein und Ruhr doch noch eine Chance erhalten. Landesverkehrsminister Peer Steinbrück (SPD) teilte am Montag nach einer Konferenz der Länderverkehrsminister am Rande des internationalen Bahngipfels "Rail # Tec" in Dortmund vor Journalisten mit, dass eine Plausibilitätsprüfung positive Ansätze gebracht habe. Neben einem "Hauptast" zwischen Dortmund und Düsseldorf über den internationalen Flughafen könnte es sogar einen Ring um das Ruhrgebiet über Wuppertal und Hagen nach Dortmund mit einem Ast zum Flughafen Köln/Bonn geben.

Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt (SPD) fügte hinzu, nach dem Scheitern der Pläne für die Strecke Hamburg-Berlin entspräche das Ruhrgebietsprojekt "dem Rahmen, den wir uns gesetzt haben", wobei sich die Bundesregierung die Bahn als Träger wünsche. Laut Steinbrück habe die Beratergruppe u.a. nicht nur die wirtschaftliche, sondern auch die umweltverträgliche Seite einer Magnetschwebebahn im Ruhrgebiet geprüft. Dabei sei man zu dem Schluss gekommen, dass im höchstverdichteten Raum Europas durchaus noch Platz für ein Verkehrsmittel sei, das im Verhältnis zu anderen Verkehrsnetzen ein "Solitär" wäre.

So sei der Magnetschwebezug bei Tempo 250 bis 300 weniger laut und sicherer als die Schiene. Außerdem zeige der Zug ein hohes Spurtvermögen und könnte durchaus wirtschaftlich betrieben werden. Steinbrück will sich daher für weitere Detailuntersuchungen stark machen, zumal auch eine "gewisse Dynamik" in die Überlegungen gekommen sei.

Im Zusammenhang mit dem schweren Zugunglück in Brühl bestätigte Bahnchef Hartmut Mehdorn einen dpa-Bericht, wonach dem Lokführer des Unglückszuges im Verzeichnis der Langsamfahrstrecken keine schriftliche Anweisung vorgelegen habe, auf der letzten Strecke vor dem Bahnhof Brühl Tempo 40 einzuhalten. Er betonte, jedoch habe ein Signal diese Geschwindigkeit vorgeschrieben, was der Lokführer auch ordnungsgemäß quittiert habe, sonst "hätte er eine Zwangsbremsung erhalten". Warum er auf den nächsten 1,2 Kilometern plötzlich trotzdem beschleunigte, obwohl nach den Vorschriften eine höhere Geschwindigkeit erst wieder nach dem nächsten Signal an der Ausfahrt aus dem Bahnhof Brühl zulässig gewesen wäre, müsse nun von der Staatsanwaltschaft geklärt werden. Möglicherweise habe es "gewisse Verwirrungen" gegeben.

Der Bahngipfel "Rail # Tec" dauert noch bis zum 23. Februar, bei der parallelen Messe zeigen knapp 220 Aussteller neueste Entwicklungen der Branche.

Quelle: RPO Archiv

 
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