Foto: dpa, Ralph Sondermann
Im Mai 2012 scheiterte der CDU-Politiker Norbert Röttgen im politischen Härtetest: Neuwahlen in NRW. Röttgen wollte Ministerpräsident werden. Stattdessen fuhr er das schlechteste Ergebnis in der Landesgeschichte ein. Nun steht er auch auf Bundesebene vor einem Scherbenhaufen.
Röttgen war vom 28. Oktober 2009 bis zum 16. Mai 2012 Bundesumweltminister. Am 6. November 2010 trat er ein weiteres Amt an: den Landesvorsitz der NRW-CDU. Nicht ohne Hintergedanken. Die Position verschaffte ihm eine wichtige Hausmacht. Der strategisch versierte und weitsichtige Röttgen galt als Mann für die Zeit nach Merkel.
Als möglicher NRW-Ministerpräsident, stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU und Chef des größten Landesverbandes hatte er sich eine mächtige Stellung verschafft. Dann aber platzte im März 2012 Rot-Grün in Düsseldorf, Röttgen musste plötzlich als Spitzenkandidat in NRW-Wahlkampf betreiben. Nach seiner Niederlage am 13. Mai 2012 kündigte er noch am Wahlabend seinen Rücktritt als Landeschef an.
Foto: dapd, Patrick Sinkel
Nach seiner Niederlage kündigte er noch am Wahlabend seinen Rücktritt als Landeschef an. Als Geschlagener kehrte er zunächst zurück ins Ministeramt nach Berlin. Doch schon wenige Tage danach verkündete Kanzlerin Angela Merkel den Rücktritt des CDU-Politikers. Als Nachfolger schlug Merkel Peter Altmaier vor.
Röttgen wurde 1965 in Meckenheim geboren. 1984 absolvierte Röttgen das Abitur in Rheinbach. Im Anschluss studierte er Rechtswissenschaften in Bonn.
Von 2005 bis 2009 bewies er als Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion bereits ein Talent zum Strippenziehen. Dennoch galt er in der Partei als einer, der auch über den Tellerrand hinausblicken kann, aber auch als ein Querdenker.
Bis vor einem Jahr hieß es, mit diesen Eigenschaften habe er sich auch in den engsten Kreis um die Kanzlerin emporgearbeitet. Das Verhältnis ist jedoch zwischenzeitlich abgekühlt.
Röttgen ist verheiratet und hat drei Kinder.