Hannelore Kraft bei der Mai-Kundgebung: "Brüder, zur Sonne, zur Freiheit"
VON GERHARD VOOGT - zuletzt aktualisiert: 01.05.2010 - 13:24SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft hat bei der Mai-Kundgebung der Gewerkschaft IG-BCE in Kamp-Lintfort davor gewarnt, den Arbeitnehmern in Deutschland die Kosten für die Bewältigung der Griechenland-Krise aufzubürden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) müsse jetzt "Farbe bekennen", ob sie die Steuerzahler "zum zweiten Mal für die Finanzmarktjongleure zur Kasse bitten will oder endlich die Verursacher zur Rechenschaft" ziehe.
Die Menschen in Deutschland verstünden "zu Recht" nicht mehr, "dass wir 25 bis 30 Milliarden Euro für Griechenland haben, aber bei uns die schwarz-gelbe Regierung das Elterngeld kürzen, die Sonn-, Nacht- und Feiertagszuschläge streichen will und in unseren Städten und Gemeinden Schwimmbäder, Theater und Jugendtreffs geschlossen werden müssen".
Bei der Kundgebung in der voll besetzten Stadthalle von Kamp-Lintfort sprach sich Kraft für eine Verlängerung des Steinkohlebergbaus und für den Bau neuer Steinkohlekraftwerke in NRW aus. Sie kritisierte erneut die Pläne der Bundesregierung in der Gesundheitspolitik.
"Als künftige Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen werde ich die unsoziale Kopfpauschale von Schwarz-Gelb im Bundesrat stoppen!", rief sie den Teilnehmern zu. Unter den Ehrengästen war auch Guntram Schneider, der DGB-Vorsitzende von NRW. Der Dortmunder gehört dem Zukunftsteam von Hannelore Kraft an und soll in einem SPD-Kabinett Minister für Arbeit und Soziales werden.
Hannelore Kraft trug bei der Kundgebung einen schwarzen Bergmannskittel, den sie 2008 bei der Barbarafeier des Bergwerks Ost in Bergkamen geschenkt bekommen hatte. Zum Abschluss wurde im Saal das Arbeiterlied "Brüder, zur Sonne, zur Freiheit" angestimmt. Darauf folgte das alte Bergmannslied "Glückauf! Der Steiger kommt".
Hannelore Kraft reihte sich Kraft in den Bergmannschor ein und sang mit. Die Solidarität der Bergleute sei ein Vorbild für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in NRW. Die gewalttätigen Demonstrationen in Paris zeigten, wohin der Weg führe, wenn die gesellschaftlichen Gegensätze immer größer würden.
Die Stadt Kamp-Lintfort war im Jahr 2006 bundesweit in die Schlagzeilen geraten. Ein Jahr, nachdem Siemens die Handyherstellung an die taiwanische Firma BenQ verkauft hatte, beantragte das Unternehmen Insolvenz. Mehr als 2000 Menschen verloren ihren Job.
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