Landesparteitag am 19. Juni in Neuss: Düsseldorferin soll Grünen-Chefin werden
VON GERHARD VOOGT - zuletzt aktualisiert: 29.04.2010 - 08:10Die Düsseldorfer Landtagsabgeordnete Monika Düker will beim Landesparteitag der Grünen am 19. Juni in Neuss als neue Landesvorsitzende kandidieren. "Mein Ziel ist es, die Partei in den wahlkampffreien nächsten Jahren programmatisch weiterzuentwickeln", erklärte die 47-Jährige. Ihr Ziel sei es, neue Netzwerke zu knüpfen. So soll das Zusammenspiel zwischen Ökonomie und Ökologie weiterentwickelt werden.
Mit der Kandidatur Dükers ist der langwierige Findungsprozess des realpolitischen Flügels beendet. Sie will der Landtagsfraktion auch künftig als Expertin für Innen- und Rechtspolitik zur Verfügung stehen. Düker geht davon aus, dass die Doppelaufgabe lösbar ist. Die künftige Fraktion werde größer sein, dann könne man die Arbeit besser aufteilen.
Neben Düker soll künftig der Kölner Sven Lehmann (30) vom linken Flügel an der Parteispitze stehen. Der Mitarbeiter des Landschaftsverbands Rheinland hatte seine Kandidatur bereits angekündigt. Die bisherigen Vorsitzenden Arndt Klocke und Daniela Schneckenburger kandidieren nicht erneut – sie werden nach der Wahl im Landtag für die Grünen Politik machen.
Mit Düker und Lehmann sollen künftig zwei Vertreter aus dem Rheinland an der Parteispitze stehen. Düker wurde in Höxter geboren und wuchs in dem Dorf Albaxen (2000 Einwohner) auf. Ihr Vater war aktiver CDU-Politiker. Sie ist westfälisch geprägt, kein Fan des rheinischen Karnevals. Bevor sie in die Politik einstieg, arbeitete die Sozialpädagogin zunächst beim Jugendherbergswerk in Düsseldorf und organisierte Jugendreisen. 1989 zog sie für die Grünen als jüngstes Mitglied in den Düsseldorfer Stadtrat ein. Später wurde sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der Grünen Landtagsfraktion, arbeitete im Büro des damaligen Vize-Ministerpräsidenten Michael Vesper.
Mit der Bekanntgabe ihrer Kandidatur für den Parteivorsitz elf Tage vor dem 9. Mai will Düker dem Eindruck entgegentreten, ihre Entscheidung hänge vom Ausgang der Landtagswahl ab. "Das gute Argument ist die schärfste Waffe in der Politik", sagt die Düsseldorferin. Nun soll die Partei von ihrer Erfahrung profitieren.
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