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"Fühlen uns verraten und verkauft": Eltern kritisieren neue NRW-Sekundarschule

VON DETLEV HÜWEL - zuletzt aktualisiert: 05.10.2011 - 07:34

(RP). Der von Rot-Grün und CDU ausgehandelte Kompromiss zur Gründung von Sekundarschulen ist bei einer Expertenanhörung im Landtag überwiegend positiv beurteilt worden. Die Kommunen hätten nun bis zum Jahr 2023 Planungssicherheit, hieß es übereinstimmend. Die Sekundarschule, die aus der Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen entstehen wird, sei die richtige Antwort auf den Schülerrückgang.

Laut einer neuen Studie, hängen schulische Leistungen auch von der Wohnsituation der Eltern ab.  Foto: ddp
Laut einer neuen Studie, hängen schulische Leistungen auch von der Wohnsituation der Eltern ab. Foto: ddp

Allerdings gab es auch scharfe Kritik an der neuen Schulform, die noch vom Parlament gebilligt werden muss und zum Schuljahr 2012/13 starten soll. Die Eltern fühlten sich "verraten und verkauft", sagte Johannes Papst (Landeselternschaft der Realschulen). Die Realschulen hätten gute Leistungsbilanzen vorzuweisen. Mit dem Schulkompromiss würden sie aber nun "zu Grabe getragen".

Der Verein katholischer deutscher Lehrerinnen bedauert, "dass das bewährte Schulsystem ohne Not völlig umgekrempelt werden soll". Damit sei "die Einheitsschule vorprogrammiert als bestimmende Schulform". Regine Schwarzhoff (Elternverein NRW) warnte vor der Eile, mit der die neue Schulform etabliert werden soll. Sie äußerte auch Bedenken gegen das gemeinsame Lernen aller Kinder in den Klassen fünf und sechs.

In der mehrstündigen Expertenanhörung überwog jedoch das Lob. Auch die Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche begrüßten den Schulkompromiss. Die Streichung der Hauptschulgarantie aus der Landesverfassung sei überfällig, so Wolfram von Moritz (Evangelisches Büro). Der Philologenverband sprach sogar von einem "historischen Datum".

Auch die drei kommunalen Spitzenverbände äußerten sich zustimmend. Der Städtetag NRW bedauerte allerdings, dass in dem neuen Schulgesetz, mit dem die Sekundarschule verankert werden soll, das Thema Inklusion (gemeinsamer Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Schülern) ausgeklammert sei.

Hannah Gnech (Landesschülerinnenvertretung) äußerte grundsätzliche Kritik am Schulsystem in NRW. Sie fordert eine inklusive Gesamtschule für alle.

Quelle: RP

 
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