Linke fordert Dankeschön: Ernst wirft Kraft schlechten Stil vor
zuletzt aktualisiert: 19.07.2010 - 15:51Linksparteichef Klaus Ernst hat Nordrhein-Westfalens neuer Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) schlechten Stil vorgeworfen. Fakt sei, dass Kraft "dank unserer Geschlossenheit und Zuverlässigkeit" Regierungschefin geworden sei, sagte Ernst am Montag in Berlin.
"Höflich erzogene Menschen würden in diesem Fall zumindest einmal danke sagen", fügte er hinzu. Der Linkspartei stattdessen weiter Fundamentalopposition oder Unberechenbarkeit vorzuhalten, sei "mehr als ungezogen".
Ernst sagte: "Unsere Hand ist ausgestreckt für eine weitere Kooperation." Kraft dürfe die Linke aber bei künftigen Gesetzesvorhaben nicht vor vollendete Tatsachen stellen, sondern müsse sie frühzeitig einbeziehen.
Auch gegen den SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel teilte Ernst erneut aus. Gabriel werde es nicht schaffen, die Linke durch Beschimpfungen kleinzukriegen und aus den Parlamenten rauszuhalten. "Diese Strategie ist doch nun wirklich gescheitert. Das müsste einer, der sich der Realität nicht prinzipiell verweigert, irgendwann mal zur Kenntnis nehmen", kritisierte der Linke-Vorsitzende. Er könne Gabriel nur raten, sein Verhältnis zur Linkspartei zu "entkrampfen".
Ernst bezeichnete den SPD-Chef als "Lebensversicherung" für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Während die Regierungschefin nicht führe, spalte Gabriel die Opposition.
Gabriel hatte am Wochenende kritisiert, solange sich in der Linkspartei nicht die Reformkräfte durchsetzten, bleibe die Linke "ein Zwitter, mit dem sich niemand auf Bundesebene einlassen wird".
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