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Teure Unternehmungen: Grüne stellen Skifreizeit als Klassenfahrt infrage

VON GERHARD VOOGT - zuletzt aktualisiert: 28.02.2013 - 08:38

Düsseldorf (RP). Für die Klassenfahrten von Schulen in NRW soll es neue Richtlinien geben. NRW-Schulministerin Silvia Löhrmann (Grüne) kündigte am Donnerstag an, dass die "Wanderrichtlinie" überarbeitet werde. "Der pädagogische Wert und die Kosten einer Klassenfahrt müssen in Einklang gebracht werden", sagte Löhrmann.

Manche Schulen fahren jedes Jahr zur Skifreizeit, so wie etwa hier die Montanusschule aus Hückeswagen. Foto: Montanusschule
Manche Schulen fahren jedes Jahr zur Skifreizeit, so wie etwa hier die Montanusschule aus Hückeswagen. Foto: Montanusschule

Ziel müsse es sein, die Kosten so zu gestalten, dass möglichst alle Schüler einer Klasse an den Fahrten teilnehmen können. Insofern habe das Thema auch eine sozialpolitische Dimension.

Zuvor hatte ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts eine Diskussion über die Kosten für Klassenfahrten ausgelöst. Danach müssen Lehrern die Auslagen für Schulausflüge erstattet werden. Das Land, das die Klassenfahrten bislang mit rund sechs Millionen Euro jährlich bezuschusst, rechnet nun mit Mehrkosten von 7,5 Millionen Euro. Die Änderungen der Wanderrichtlinie sollen 2014 zu Einsparungen führen.

Sigrid Beer, Schulexpertin der Grünen im Landtag, erklärte, Eltern müssten wissen, welche Kosten für Klassenfahrten im Laufe einer Schullaufbahn anfallen. "Abifahrten sollten nicht teurer als 500 Euro sein, Fahrten in der Sekundarstufe I nicht teurer als zirka 350 Euro", sagte sie.

Beer betonte, alle Klassenfahrten müssten einen pädagogischen Anlass haben. Die meisten Schulen gingen verantwortlich damit um. Es gebe aber auch Ausreißer. Die Politikerin berichtet über Abiturfahrten nach Paris, bei der "tatsächlich nur Shopping" auf dem Programm stand.

"Das ist Halligalli und sollte nicht genehmigt werden", erklärte Beer. "Ich kenne Schulen, in denen auch teure Skifreizeiten neu diskutiert werden und die pädagogische Anbindung für alle hinterfragt wird", fügte sie hinzu.

Fahrten ins Ausland seien sinnvoll, um dem Europagedanken Rechnung zu tragen. Es gebe aber auch "hervorragende und preiswerte Bildungsprogramme von Jugendbildungsstätten und Schullandheimen in NRW", sagte die Grüne. Auch in den neuen Bundesländern befänden sich lohnenswerte Ziele.

"Ich hoffe, dass nähere Ziele in Deutschland jetzt stärker in den Fokus gelangen, wenn es klare Budgets für die Schulen geben wird", sagte die Schulexpertin.

Quelle: RP/pst
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