CDU und FDP empört über SPD-Schattenminister: Guntram Schneider macht Scherz über Rüttgers
zuletzt aktualisiert: 15.04.2010 - 18:51Koalitionspolitiker sind empört über einen Scherz von SPD-Schattenarbeitsminister Guntram Schneider bei einer Wahlkampfrede im rheinischen Bergheim. Bei einer Betriebsversammlung von Post-Mitarbeitern soll der DGB-Landeschef laut Medienberichten vom Donnerstag augenzwinkernd dazu aufgefordert haben, Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) in seinem Privathaus in Pulheim mal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Wer bei Rüttgers Briefe und Pakete zustelle, solle "das Postgeheimnis wahren, aber ein wenig drum herum suchen", sagte Schneider laut einem Bericht der "Kölnischen Rundschau". Die Zusteller fanden es demnach witzig.
Christ- und Freidemokraten reagierten gut drei Wochen vor der Landtagswahl am 9. Mai dagegen mit scharfer Kritik. "Was SPD-DGB-Funktionär Schneider da vor Brief- und Paketzustellern in Bergheim tat, ist unglaublich", sagte CDU-Fraktionschef Helmut Stahl und sprach von einem "Skandal".
"Was ist das für ein Demokratieverständnis, wenn ausgerechnet ein Gewerkschafter, der Minister werden will, versucht, anständige Briefzusteller als SPD-Wahlkampfhelfer zu missbrauchen. Das ist unanständig", sagte Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU).
Krautscheid verlangt Entschuldigung
NRW-CDU-Generalsekretär Andreas Krautscheid verlangte eine Entschuldigung von "Schnüffel-Schneider". Der Aufruf an Postzusteller, die Post des Ministerpräsidenten zu beobachten, grenze an "Spionage", sagte der nordrhein-westfälische FDP-Generalsekretär Joachim Stamp.
NRW-SPD-Generalsekretär Michael Groschek wies die Kritik zurück und forderte die CDU auf, zu einem "fairen Umgang" mit Schneider zurückzukehren, den sie ja zuvor stets gelobt habe.
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