SPD-Kompetenzteam: Guntram Schneider unterstützt SPD-Chefin
VON GERHARD VOOGT - zuletzt aktualisiert: 08.04.2010 - 15:30Zwei Tage vor dem Wahlkampf-Auftakt in Nordrhein-Westfalen steht das erste Mitglied im Kompetenzteam von SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft fest. Guntram Schneider, DGB-Chef in NRW wird das Feld "Arbeit und Soziales" repräsentieren.
Der Sozialdemokrat aus Dortmund war im September mit einer Direktkandidatur in Bielefeld bei der Bundestagswahl knapp gescheitert. Schneider ist auch im Regierungslager anerkannt und gilt als möglicher Brückenbauer einer großen Koalition.
Kraft sagte, Schneider sei das erste Mitglied ihres "NRW-Zukunftsteams". Schneider kämpfe als Gewerkschafter für "gute Arbeit". Der 58-Jährige ist seit 2006 Vorsitzender des DGB in NRW. Er soll nach dem Willen Krafts im Falle eines SPD-Siegs Nachfolger von Sozial- und Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) werden.
Schneider will DGB-Amt für Ministerposten aufgeben
SPD-Mitglied Schneider kündigte an, im Falle einer Ernennung zum Minister sein Amt als DGB-Landeschef niederzulegen. Bis zum Wahltag wolle er keine öffentlichen Termine als Gewerkschaftschef wahrnehmen, die Geschäfte aber intern weiterführen. Er habe sich dazu entschlossen, Mitglied in Krafts Kompetenzteam zu werden, weil ein "schwarz-gelbes Durchregieren verhindert" werden müsse. NRW müsse als "Bollwerk" im Bundesrat Politik im Interesse der Arbeitnehmer machen, sagte Schneider. Sein Engagement für Kraft sei mit den DGB-Einzelgewerkschaften abgestimmt.
Der gebürtige Gütersloher Schneider war erst im Februar für vier weitere Jahre zum DGB-Landesvorsitzenden gewählt worden. Vor seiner damaligen Wiederwahl hatte er Spekulationen über einen Wechsel in die Landespolitik noch zurückgewiesen. Schneider hatte im vergangenen Jahr als SPD-Kandidat bei der Bundestagswahl knapp gegen die CDU im Direktwahlkreis Bielefeld verloren.
Kraft machte keine Angaben dazu, ob und wann sie weitere Mitglieder eines Schattenkabinetts benennen wird. Die Herausforderin von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) will Schwarz-Gelb ablösen und eine rot-grüne Landesregierung bilden. Laut Umfragen haben derzeit weder Schwarz-Gelb noch Rot-Grün eine Mehrheit. Schneider betonte, es gebe für ihn "keine Kontaktsperre zur Linken". Derzeit sei die NRW-Linkspartei aber nicht regierungsfähig.
Die Kür Schneiders sei "keine Überraschung", sagte ein Sprecher der nordrhein-westfälischen CDU. "Schneider ist nett, Laumann ist besser", fügte der Sprecher hinzu.
Die Landes-CDU hatte Schneider im März auf einem Kongress einen sogenannten Zukunfts- und Innovationspreis verliehen. Gemeinsam mit Unternehmervertretern wurde der DGB-Chef damals "für das kluge Zusammenwirken von Gewerkschaften und Arbeitgebern in Nordrhein-Westfalen in der Wirtschafts- und Finanzkrise" ausgezeichnet.
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