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Braunkohle-Tagebau: Jährlich 180 Millionen Euro Schäden am Haus

VON GERHARD VOOGT - zuletzt aktualisiert: 06.02.2012 - 07:54

Düsseldorf (RP). Mit einer großen Anfrage an die Landesregierung wollen SPD und Grüne im Düsseldorfer Landtag das tatsächliche Ausmaß der Bergschäden durch den Braunkohlebergbau transparenter machen.

"Nicht nur in unmittelbarer Umgebung des Tagebaus kommt es zum Teil zu schweren Gebäudeschäden, sondern auch in der weiteren Umgebung", sagte Reiner Priggen, Fraktionsvorsitzender der Grünen, unserer Redaktion. So habe man zum Beispiel in Vettweiß (Kreis Düren) – mehr als zwanzig Kilometer vom nächstgelegenen Tagebau Hambach entfernt – Häuser infolge schwerer Bergschäden abreißen müssen. Ursache ist meist die Absenkung des Grundwassers. Um Braunkohle gewinnen zu können, muss das Grundwasser bis unter Abbauniveau abgesenkt werden. Der Tagebau Hambach erreicht eine Tiefe von fast 400 Metern.

Peter Immekus, Sachverständiger für Bergschäden, sagte unserer Redaktion, pro Jahr träten im rheinischen Braunkohlerevier rund 300 Schäden an Privathäusern auf. "Der Braunkohleabbau wird in den nächsten 40 Jahren Schäden von mindestens 180 Millionen Euro anrichten", so der Ingenieur. Darin seien die Kosten für Reparaturen an Straßen, der Kanalisation und landwirtschaftlichen Flächen nicht enthalten.

Beweislast umkehren

Die rot-grüne Landesregierung bereitet nach Angaben von Reiner Priggen eine Bundesratsinitiative zur Änderung des Bundesberggesetzes vor. "Wir wollen die Beweislast umkehren", erklärte der Fraktionsvorsitzende. "Künftig muss der Bergbaubetreiber nachweisen, dass Schäden nicht durch den Abbau verursacht wurden." Diese Regelung sei beim Steinkohleabbau längst etabliert. Bergbaubetreiber sollen verpflichtet werden, ihre Erkenntnisse über Störungen und Messdaten zu veröffentlichen.

Oliver Krischer, Bundestagsabgeordneter der Grünen aus Düren, kritisierte, bislang hätten viele Opfer keine Chance, ihre Ansprüche durchzusetzen. "RWE hat das Wissen über Störungen für sich behalten und Hausbesitzer oft wie Bittsteller behandelt", sagte Krischer. Das müsse sich ändern. Großflächige Bergschäden nach einem Wiederanstieg des Grundwassers nach dem Ende des Abbaus seien bislang zu wenig beachtet worden. Die Ewigkeitslasten seien für die Steinkohleförderung in NRW geklärt, für den Bereich der Braunkohle stehe eine Klärung noch aus. Mit Schäden sei in den kommenden Jahren vor allem in den Regionen rund um Bergheim, Grevenbroich, Erkelenz, Hückelhoven und Wegberg zu rechnen.

Quelle: RP/felt/top


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