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Verbraucherzentrale NRW: Läden sollen länger geöffnet bleiben

VON GERHARD VOOGT - zuletzt aktualisiert: 17.01.2012 - 07:46

Düsseldorf (RP). Die Verbraucherschutzzentrale NRW spricht sich gegen eine erneute Beschränkung der Ladenschlusszeiten im Land aus. In einer Stellungnahme, die unserer Redaktion vorliegt, heißt es, die Liberalisierung der Öffnungszeiten sei eine "kundenfreundliche Anpassung" an die veränderten Lebensumstände moderner Verbraucherhaushalte.

Die rot-grüne Landesregierung plant Veränderungen am Ladenöffnungsgesetz. Foto: ddp, ddp
Die rot-grüne Landesregierung plant Veränderungen am Ladenöffnungsgesetz. Foto: ddp, ddp

Viele berufstätige Singles könnten ihre Einkäufe nun unter erheblich weniger Zeitdruck auch spätabends erledigen. Klaus Müller, der Leiter der Verbraucherschutzzentrale NRW, sagte auf Anfrage: "Angesichts des zunehmenden Internethandels darf man die Zeit nicht zurückdrehen, sondern sollte dem Einzelhandel in unseren Innenstädten durch die bewährten Ladenöffnungszeiten seine Chancen und Stärken erhalten." Die Liberalisierung habe in der Praxis nicht zu einer 24-Stunden-Öffnung geführt.

Die rot-grüne Landesregierung plant Veränderungen am Ladenöffnungsgesetz, das 2006 von der schwarz-gelben Vorgängerregierung auf den Weg gebracht worden war. Künftig soll es weniger Möglichkeiten geben, verkaufsoffene Sonntage durchzuführen. Teile von SPD und Grünen wollen die Öffnungszeiten auf 22 Uhr von montags bis freitags und auf 20 Uhr an Samstagen beschränken. Die Grünen planen eine Online-Befragung zu dem Thema.

Die Verbraucherschutzzentrale NRW befürchtet, dass von einer Rücknahme der Öffnungszeiten vor allem Tankstellen, Kioske und Bahnhofsläden profitieren würden. Dort seien die Preise jedoch viel höher, das Sortiment schmaler und die hygienischen Bedingungen oft schlechter als im klassischen Einzelhandel. Es müsse verhindert werden, dass gestresste Verbraucher dazu "genötigt" würden, ihren täglichen Bedarf bei Lückenanbietern zu decken.

Das Papier wird am Mittwoch bei der Anhörung des Wirtschaftsausschusses zur Evaluierung des Ladenschlussgesetzes im Düsseldorfer Landtag vorgestellt. Verbraucherschutz-Chef Müller war früher Umweltminister der Grünen in Schleswig-Holstein.

Quelle: RP/das


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