Bildungspolitik: Löhrmann genehmigt erste Gemeinschaftsschule
zuletzt aktualisiert: 17.11.2010 - 14:12Düsseldorf/Ascheberg (RPO). Die erste Gemeinschaftsschule in Nordrhein-Westfalen kann starten. Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) erteilte der Profilschule Ascheberg am Mittwoch als erster Schule im Land die Genehmigung für einen Betrieb als Gemeinschaftsschule. Kritik aus der Opposition und vom Philologen-Verband, wonach die Genehmigung verfassungswidrig sein soll, wies die Grünen-Politikerin erneut zurück.
Gegner der Gemeinschaftsschule hatten kritisiert, dass die rot-grüne Landesregierung die Entscheidung über die zukünftige Schulorganisation Schulen und Kommunen überlassen und das Parlament in Düsseldorf damit umgehen wolle. Löhrmann betonte hingegen, dass es sich um einen Versuch handele, der vom Schulgesetz gedeckt sei.
Sollte sich die Nachfrage nach Genehmigungen für Gemeinschaftsschulen als sehr groß erweisen, solle zudem der Landtag eingeschaltet werden. Löhrmann selbst rechnet eigenem Bekunden nach damit, dass maximal 50 Gemeinschaftsschulen zugelassen werden.
Lösung für den demografischen Wandel
Der Bürgermeister der Gemeinde Ascheberg, Bert Risthaus (CDU), sagte, mit der nun genehmigten Gemeinschaftsschule präsentiere sein Ort eine Lösung für den demografischen Wandel. Denn obwohl es künftig voraussichtlich weniger Schüler geben werde, sei die Versorgung mit unterschiedlichen Bildungsgängen im Ort nun gewährleistet. Die Kinder müssten dadurch keine längeren Schulwege in Nachbargemeinden auf sich nehmen.
Keine weitere Genehmigung in diesem Jahr
Die Gemeinschaftsschule in Ascheberg, die die Jahrgangsstufen fünf bis zehn anbieten wird, will Angaben des Bürgermeisters zufolge mit drei weiterführenden Schulen kooperieren. Gespräche gebe es mit einem Berufskolleg, einem Gymnasium und einer Gesamtschule. Allerdings seien die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen.
Laut Löhrmann ist Ascheberg nicht nur die erste Gemeinde, die eine Zulassung für eine Gemeinschaftsschule erhält, sondern es wird in diesem Jahr auch die einzige Gemeinde bleiben. Weitere Genehmigungen sollen erst im kommenden Jahr erteilt werden.
Nach Angaben der Ministerin gibt es derzeit in rund 50 Kommunen "intensive Beratungen" über weitere Anträge für Gemeinschaftsschulen. Mit dem neuen Schultyp sollen längeres gemeinsames Lernen sowie eine wohnortnahe Schulversorgung in verschiedenen Bildungsgängen sichergestellt werden. Laut Löhrmann ist der Schulversuch zunächst auf sechs Jahre angelegt.
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