"Bildungskongress" in Düsseldorf: NRW-CDU für zweigliedriges Schulsystem
VON FRANK VOLLMER - zuletzt aktualisiert: 18.12.2010 - 15:14Die Schulexperten der Fraktion, Klaus Kaiser und Thomas Sternberg, stellten ein „differenziertes Zweisäulenmodell“ vor, das Grundlage für ein neues Schulkonzept sein soll.
Das Modell der CDU sieht als erste Säule ein grundständiges Gymnasium von Klasse 5 bis Klasse 12 vor. Die zweite Säule („Sekundarschulen“) ist in sich vierfach unterteilt – in Gesamtschulen, Realschulen, „Aufbaurealschulen“ und „Aufbauschulen“. Aufbaurealschule, erläuterte Kaiser, könne eine neue Bezeichnung für die bereits bestehenden Verbundschulen sein, in denen Haupt- und Realschul-Bildungsgänge unter einem Dach angeboten werden. Aufbauschule wiederum sei ein möglicher neuer Name für die Hauptschule.
Alle Bildungsgänge der Sekundarschulen sollen nach dem Willen der CDU künftig zu einheitlichen Abschlüssen führen: zur Ausbildungsreife (Hauptschulabschluss) beziehungsweise zur Fachoberschulreife (dem mittleren Abschluss). Jede Sekundarschule habe aber auch die „Abituroption“, sagte Kaiser, weil sie guten Schülern den Übergang in eine gymnasiale Oberstufe erlaube, also zum Gymnasium, zur Gesamtschule oder zum Berufsgymnasium.
Außerdem fordert die CDU einen „Masterplan kleine Klassen“. Ziel ist eine maximale Klassengröße von 28, eine minimale von 15 statt wie bisher 18 Schülern. Die CDU verspricht sich davon die Sicherung auch kleiner Schulstandorte.
Die CDU schaffe „keine Schulform ab“, betonte Kaiser. Es gelte vielmehr, das Schulsystem „demografiefest“ zu machen. NRW erwartet bis 2019 einen Rückgang der Schülerzahlen um fast 16 Prozent gegenüber 2009. Eine „Fokussierung“ auf das demografische Problem sei nötig, sagte Sternberg.
Es sei aber „Gift für die Schulen“, wenn nach jeder Wahl das Schulsystem „umgekrempelt“ werde. Fraktionschef Karl-Josef Laumann sagte, die CDU strebe an, die „quälende Debatte über die Schulformen“ zu beenden, die in NRW seit 30 Jahren geführt werde. Anwesend war auch der neue Landesvorsitzende, Bundesumweltminister Norbert Röttgen.
Weiterer Punkt des CDU-Plans ist ein verpflichtendes Vorschuljahr für alle Kinder. Dieses sogenannte Lernjahr soll in enger Verzahnung von Kindergärten und Grundschulen gestaltet werden. Vorstellbar, so Kaiser, seien auch „Bildungshäuser“, in denen Kindergärten und Grundschulen unter einem Dach arbeiteten. Es gehe um eine Kombination von Schule und Kindergarten, nicht um ein Vorziehen der Einschulung.
Der „Bildungskongress“ war der Abschluss von acht Regionalkonferenzen, auf denen die Landes-CDU zwischen Anfang November und Anfang Dezember über eine neue Schulpolitik diskutiert hatte. Die neue Schulstrategie endgültig beschließen soll der CDU-Landesparteitag im März.
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