"Ehrliches Angebot für Schulfrieden": NRW-CDU rückt von der Hauptschule ab
zuletzt aktualisiert: 11.01.2011 - 20:40Die nordrhein-westfälische CDU rückt vorsichtig von der Hauptschule ab. Kern der "Neuausrichtung" der CDU-Schulpolitik sei eine "Fortentwicklung" des gegliederten Schulsystems, sagte der CDU-Landesvorsitzende Norbert Röttgen in Düsseldorf. Die Partei sieht dies auch als Angebot an Rot-Grün im Schulstreit.
Wegen des nachlassenden Elterninteresses an der Hauptschule wolle man diese Schulform nicht mehr garantieren. Realschulen und Gymnasien sollen hingegen ohne Abstriche erhalten bleiben. Auf sinkende Schülerzahlen will die CDU mit einem Ausbau der Verbundschulen reagieren.
Darin sollen Haupt- mit Realschulen verschränkt werden können. Der Hauptschulabschluss soll also erhalten bleiben. Vor dem ersten Grundschuljahr soll es ein verpflichtendes Lernjahr in NRW geben. Der CDU-Landesvorstand billigte das Konzept am Dienstagabend nach Angaben von Röttgen und CDU-Fraktionschef Karl-Josef Laumann einmütig.
Mit dem Konzept, das am 12. März auf einem Sonderparteitag in Siegen verabschiedet werden soll, mache die CDU ein "ehrliches Angebot für einen Schulfrieden", sagte Bundesumweltminister Röttgen. "Wir haben uns bewegt". Nun müsse sich auch Rot-Grün bewegen.
Bis zur Niederlage bei der Landtagswahl vom 9. Mai hatten die Christdemokraten strikt an der Hauptschule festgehalten. Bei Bildungsexperten und Eltern gilt diese Schulform als Restschule für Ausländer und sozial Schwache. Das CDU-Konzept zeige Bewegung, sei aber "kein großer Wurf", sagte Grünen-Landeschef Sven Lehmann.
Die rot-grüne Gemeinschaftsschule lehnt die CDU weiterhin als ideologisch ab. Zum Schuljahr 2011/2012 wird die rot-grüne Landesregierung die ersten Gemeinschaftsschulen einführen, um ein längeres gemeinsames Lernen der Schüler zu ermöglichen. Auch CDU-geführte Kommunen wollen diese Schulform.
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