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Flashmobber stören CDU-Wahlkampf in Neuss: Rüttgers und Gröhe warnen vor Rot-Rot

VON DETLEV HÜWEL - zuletzt aktualisiert: 17.04.2010 - 17:09

Eigentlich hatte CDU-Chefin Angela Merkel die Stadt Neuss für ihren ersten Auftritt im NRW-Wahlkampf nach der Osterpause ausgewählt. Doch daraus wurde nichts. Wegen des Vulkanausbruchs auf Island und der weitgehenden Einstellung des Luftverkehrs in Europa konnte die zunächst in Lissabon und dann in Rom festsitzende Kanzlerin nicht rechtzeitig in der Quirinusstadt erscheinen.

Foto: ddp, ddp

Für sie sprang Ministerpräsident Jürgen Rüttgers kurzfristig ein. Allerdings blieb die Zahl der Besucher deutlich hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück, statt bis zu 7000 Gäste konnte der Neusser CDU-Spitzenkandidat für den Landtag, Jörg Geerlings, lediglich an die 500 Menschen auf der Neusser Rennbahn begrüßen.

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe überbrachte die Grüße von Angela Merkel, mit der er zuvor telefoniert hatte. Er sprach mit Blick auf den Wahltermin am 9. Mai von einem "knappen Rennen". Der SPD warf er vor, keinen klaren Kurs gegenüber der Linkspartei zu zeigen. "Der Wahlbetrug in Hessen ist noch nicht vergessen", rief Gröhe unter Anspielung auf den Wortbruch der damaligen hessischen SPD-Kandidatin Andrea Ypsilanti, nicht mit der Linken paktieren zu wollen.

Auch Jürgen Rüttgers warnte von einem rot-roten Bündnis in NRW. einen Schwerpunkt seiner Rede legte er auf die Bildungspolitik. Es gebe keinen wissenschaftlichen Beweis, dass eine Einheitsschule vorteilhafter sei als das gegliederte Schulwesen, sagte der CDU-Landeschef. Er wolle, dass die Schulden "von innen heraus besser" werden. Die Linke aber wollen die Schulformen auflösen. Dagegen würden sich die Bürger wehren wie in Hamburg, sagte er voraus und betonte: "Ich will keinen Schulkrieg."

Die Rede von Rüttgers wurde von einer kleinen Gruppe so genannter Flashmobber gestört. Die jungen Leute klatschten nahezu pausenlos in die Hände (und hörten erst auf, wenn die Zuhörer applaudierten). Rüttgers ließ nur einmal kurz wissen, dass er von dieser Art der "Zustimmung" wenig halte, ließ sich aber nicht weiter von den Flashmobbern aus der Ruhe bringen.


 
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