Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen: SPD bei Wahlumfragen vorn
zuletzt aktualisiert: 19.08.2009 - 18:06Eine aktuelle Umfrage von Infratest dimap zeigt einen Vorsprung für die SPD bei der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen. Im Moment führen die Sozialdemokraten in Bonn, Bielefeld, Dortmund, Essen und Köln. Die CDU liegt in Duisburg, Münster und Wuppertal vorn. In Aachen liegen die beiden Volksparteien dagegen gleichauf.
Infratest dimap hatte im Auftrag des WDR vom 3. bis zum 16. August in elf Städten jeweils 1000 Bürger befragt. Bei den Ratswahlen liegt hingegen zumeist die CDU in Front. In Bonn, Münster oder Siegen muss sie zwar Einbußen hinnehmen, bliebe aber stärkste Fraktion. In Siegen und Düsseldorf finden keine OB-Wahlen statt, weil es zuvor Nachwahlen gegeben hatte.
In Köln führt der Umfrage zufolge der rot-grüne Kandidat Jürgen Roters (SPD) mit 56 Prozent deutlich vor dem CDU-Bewerber Peter Kurth (32 Prozent). Auch in Dortmund kann die SPD den Oberbürgermeisterposten vermutlich behaupten. Ullrich Sierau (SPD) hat momentan zehn Prozentpunkte Vorsprung auf den parteilosen Joachim Pohlmann, der als Kandidat für CDU und FDP ins Rennen geht.
Während SPD und CDU insgesamt meist an Zuspruch verlieren, legen die kleinen Parteien in der aktuellen WDR-Umfrage überwiegend zu. Am stärksten profitiert die FDP, sie erreicht ihr bestes Umfrageergebnis mit 13 Prozent in Düsseldorf. Drittstärkste Kraft in den Kommunen blieben demnach weiterhin die Grünen. In Köln kommen sie auf 21 Prozent, fast fünf Prozentpunkte mehr als bei der letzten Kommunalwahl. Die Linke ist besonders im Ruhrgebiet stark. In Essen erreicht sie beispielsweise acht Prozent.
Bei der NRW-Kommunalwahl im Herbst 2004 hatten die Christdemokraten ihre Vormachtstellung in den Städten und Gemeinden trotz deutlicher Verluste behauptet und kamen landesweit auf 43,4 Prozent der Stimmen. Die SPD fuhr landesweit 31,7 Prozent ein. Die Grünen erzielten 10,3 Prozent. Die FDP bekam 6,8 Prozent. Die damalige PDS erreichte 1,4 Prozent.
Als "Ansporn, jetzt mit Volldampf in den Endspurt zu gehen", bezeichnete der Generalsekretär der CDU-NRW, Hendrik Wüst, die Umfrage. "Nichts ist entschieden. Jetzt muss vor Ort jeder Tag genutzt werden", erklärte Wüst.
Der Generalsekretär der nordrhein-westfälischen FDP, Christian Lindner, verwies darauf, dass das Rennen um die Rathäuser noch lange nicht gelaufen sei. Die Kommunalwahl sei nicht nur eine Testwahl für die Bundestagswahl im September, sondern schaffe auch eine starke kommunale Basis.
Der Generalsekretär der NRW-SPD, Michael Groschek, unterstrich, dass die Zahl der unentschlossenen Wähler in allen Städten noch hoch sei. Man erwarte in vielen Kommunen des Landes "ein Kopf-an-Kopf-Rennen".
Die NRW-Grünen sehen sich nach der Umfrage als drittstärkste Kraft in den Städten. Die Grünen seien in den Kommunen stark verankert, hieß es. Das Kommunalwahlergebnis von 2004 solle behauptet und ausgebaut werden, sagten die beiden Grünen-Vorsitzenden Daniela Schneckenburger und Arndt Klocke.
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